Obergericht Zürich
Ex-Lebenspartnerin wegen Betrugsversuch verurteilt

Im Rahmen der Trennung hat eine Frau ihren Lebenspartner mit einem gefälschten Dokument um 140'000 Franken zu prellen versucht. Das Obergericht Zürich verurteilte die Frau wegen versuchten Betrugs sowie Urkundenfälschung zu einer bedingten Geldstrafe von 180 Tagessätzen zu 60 Franken.

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Blick ins Zürcher Obergericht (Archiv)

Blick ins Zürcher Obergericht (Archiv)

Keystone

Die heute 43-Jährige und der heute 49-Jährige waren über mehrere Jahre hinweg ein Paar. Sie blieben unverheiratet, haben aber eine gemeinsame Tochter. Im Sommer 2009 brach die Beziehung auseinander, im Oktober wies der Unternehmer seine Lebenspartnerin aus dem Haus.

Daraufhin entbrannte ein Rechtsstreit um die finanziellen Folgen der Trennung. Die Frau reichte dem zuständigen Gericht im Frühjahr 2010 ein Berechnungsblatt ein. Darauf anerkannte ihr ehemaliger Partner schriftlich, dass er ihr noch einen Betrag von rund 140'000 Franken schulde.

Der Mann hatte das Dokument aber weder gesehen noch unterzeichnet. Als er von der Fälschung erfuhr, erstattete er Strafanzeige gegen seine Ex-Partnerin.

Schuldspruch in Affoltern

Im Sommer 2011 musste die Frau vor dem Bezirksgericht Affoltern erscheinen. Sie beharrte darauf, dass der Geschädigte das Dokument unterzeichnet hatte - allerdings erfolglos. Das Gericht verurteilte sie wegen versuchten Betrugs sowie Urkundenfälschung zu einer bedingten Freiheitsstrafe von 360 Tagessätzen zu 60 Franken sowie zu einer Busse von 2000 Franken.

Die Beschuldigte legte Berufung ein. Am Freitag stand sie vor dem Zürcher Obergericht, wo sie ein Geständnis ablegte und eine Notsituation geltend machte. Ihr Verteidiger verwies auf das heutige Desinteresse des Geschädigten, der sich inzwischen mit der Beschuldigten geeinigt habe. Auf eine Bestrafung sei deshalb zu verzichten.

Das Obergericht schlug einen Mittelweg ein. Es bestätigte die erstinstanzlichen Schuldsprüche. Hingegen belohnte es das Geständnis der Mutter, indem es die Sanktion halbierte und neu nur noch 180 Tagessätze zu 60 Franken auf Bewährung festsetzte. Zudem sahen die Oberrichter von einer zusätzlichen Busse ab und sprachen der Beschuldigten eine reduzierte Prozessentschädigung von 1000 Franken zu.