Schwägerinnen
EVP zieht Kandidatur für Winterthurer Stadtrat zurück

EVP-Parteipräsidentin Barbara Günthard Fitze tritt nun doch nicht für die Ersatzwahl im Winterthurer Stadtrat an. Sie kann gar nicht Stadträtin werden, da ihre Schwägerin Barbara Günthard-Maier bereits für die FDP im Stadtrat sitzt.

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Das Stadthaus ist Regierungssitz des Winterthurer Stadtrats.

Das Stadthaus ist Regierungssitz des Winterthurer Stadtrats.

Keystone

Günthard-Maier ist die Ehefrau ihres Bruders. Und das kantonale Gesetz über die politischen Rechte verbietet, dass "Geschwister und ihre Ehegatten" dem gleichen Exekutivorgan angehören, wie der "Tages-Anzeiger" in seiner Ausgabe vom Freitag schreibt.

Sie hätten das zu wenig gut abgeklärt, sagte Günthard Fitze am Freitag auf Anfrage. Sie ziehe deshalb ihre Kandidatur zurück. Die EVP will nun eine neue Kandidatin oder einen neuen Kandidaten suchen. Die Partei habe schon geeignete Personen im Auge.

Für die Ersatzwahl vom 12. Februar 2017 haben in dieser Woche bereits die Grünen und die SVP ihre Kandidaten nominiert. Die Grünen wollen ihren Sitz im Stadtrat mit dem langjährigen Gemeinderat Jürg Altwegg verteidigen.

Die SVP strebt mit Daniel Oswald, Fraktionspräsident im Grossen Gemeinderat, einen zweiten Stadtratssitz an. Als zweitstärkste Partei der Stadt Winterthur möchte sie mehr Verantwortung übernehmen, wie die Partei am Donnerstag mitteilte.

2014 war Josef Lisibach als SVP-Stadtrat gewählt worden. Vorher hatte die Partei während zwölf Jahren keinen Vertreter im siebenköpfigen Stadtrat.

SP und GLP entscheiden nächste Woche

Die SP will am kommenden Dienstagabend an einer ausserordentlichen Mitgliederversammlung entscheiden, ob sie mit einer eigenen Kandidatur antritt oder eine andere Kandidatur unterstützt.

Die Grünliberalen beschliessen ebenfalls nächste Woche, ob sie Michael Zeugin, Fraktionspräsident im Grossen Gemeinderat und Kantonsrat, ins Rennen schicken oder auf eine eigene Kandidatur verzichten, wie Co-Parteipräsident Beat Meier auf Anfrage sagte. Mitte November würde dann die Mitgliederversammlung für die Nomination von Zeugin stattfinden.

Die Ersatzwahl ist notwendig, da der Grüne Matthias Gfeller aus gesundheitlichen Gründen im 2. Quartal 2017 als Stadtrat zurücktritt. Der Vorsteher des Departements Technische Betriebe war zuvor in der sogenannten Wärmering-Affäre schwer unter Beschuss geraten.