Mit den fünf neuen Destinationen wächst das Streckennetz von Etihad Regional auf 25 ganzjährig angeflogene Destinationen an, wie Maurizio Merlo, der Chef der Airline, am Dienstag vor den Medien in Zürich bekanntgab. Bisher verkehrten bereits täglich Flüge nach Genf und Leipzig-Halle. Seit kurzem fliegt Etihad Regional zudem drei Mal pro Woche zwischen Zürich und Turin.

Auf den fünf neuen Routen setzt die Airline vier neue Maschinen des Typs ATR 72 des französisch-italienischen Herstellers Avions de Transport Régional (ATR) sowie Saab 2000 ein. Letztere bietet insgesamt 50 Sitzplätze, bei der ATR 72 sind es deren 68.
"Ein strategisch wichtiger Ort"

"Zürich ist ein strategisch wichtiger Ort für uns", sagte Merlo. Mit den neuen Routen stärke Etihad Regional ihre Stellung als regionale Airline. Auch würden die Handel- und Tourismus-Verbindungen in der Region belebt. Ab dem 1. Juni könnten die Fluggäste zudem von der Etihad-Verbindung zwischen Zürich und Abu Dhabi profitieren.

Um den Ausbau des Streckennetzes zu bewältigen, stockt Etihad Regional ihren Personalbestand um mehrere Dutzend Angestellte auf. Dazu gehören 16 Piloten und 16 Kopiloten, 40 Kabinen- und 30 Bodenmitarbeitende. Die Zahl der Angestellten erhöht sich damit auf 320.

Wegen der umfangreichen Investitionen wird die Airline im laufenden Jahr erneut einen Verlust schreiben, wie Verwaltungsratspräsident Emilio Martinenghi sagte. Er geht aber davon aus, dass Etihad Regional in den nächsten beiden Jahren in die Gewinnzone fliegen wird.
Erhöhte Wachsamkeit beim BAZL

Die Fluggesellschaft Etihad aus dem arabischen Emirat Abu Dhabi hat im vergangenen November einen Drittel der Anteile der Tessiner Darwin Airline übernommen. Seither tritt die 2003 gegründete Airline unter dem Namen Etihad Regional auf.

Obschon Etihad nur eine Minderheitsbeteiligung hält, hat die Frage der Kontrollverhältnisse das Bundesamt für Zivilluftfahrt (BAZL) auf den Plan gerufen. So prüfte das BAZL, ob die Tessiner Airline tatsächlich von der Schweiz aus kontrolliert wird. Falls nicht, könnte ihr die schweizerische Betriebsbewilligung entzogen werden.

Soweit wird es vorerst nicht kommen. Gemäss BAZL-Sprecher Urs Holderegger sieht das Bundesamt derzeit keinen Handlungsbedarf. Es bestehe jedoch "erhöhte Wachsamkeit". "Wir beobachten aufmerksam, wie sich die Eigentumsverhältnisse weiter entwickeln", sagte Holderegger auf Anfrage der sda.