Die ETH Zürich wurde im Januar auf Kommentare im Internet aufmerksam, in denen der Verdacht geäussert wurde, dass Bilder in Publikationen manipuliert wurden. In diesen Publikationen ist Olivier Voinnet, Professor für RNA-Biologie an der ETH Zürich, als Autor oder Co-Autor aufgeführt. Die Anschuldigungen, welche auf den Websiten PubPeer und Retraction Watch publiziert wurden, betreffen die Illustrationen in Publikationen; die Resultate der Studien werden nicht angezweifelt.

Die ETH Zürich nimmt die Vorwürfe laut einer Medienmitteilung der Institution sehr ernst. Im Auftrag der Schulleitung hat ETH-Vizepräsident für Forschung und Wirtschaftsbeziehungen, Professor Detlef Günther, umgehend eine Untersuchungs-kommission eingesetzt, die den Fall seriös und vorbehaltlos klären soll.

Die Untersuchung wird von einer vierköpfigen Kommission unter dem Vorsitz einer externen Fachperson unabhängig von der Schulleitung der ETH geführt. Es werden alle Publikationen, die zur Debatte stehen, überprüft. Da die Untersuchungen umfangreich sind, ist zurzeit noch offen, wann die Resultate vorliegen.

Die ETH Zürich wird umfassend kommunizieren, sobald der Bericht und sämtliche Fakten vorliegen. Die ETH Zürich steht zudem in Kontakt mit dem CNRS in Frankreich und der Universität Cambridge, die ebenfalls von den Vorwürfen betroffen sind. Beide Institutionen haben unabhängige Untersuchungskommissionen einberufen.

Die ETH Zürich besitzt eine Verfahrensordnung für Fehlverhalten in der Forschung, die auch bei die-sem Fall zum Einsatz kommt. Die laufenden Untersuchungen folgen strikt diesem definierten Prozess. Die Untersuchungskommission wird ihren Bericht an die Schulleitung abgeben. Diese entscheidet aufgrund der vorliegenden Ergebnisse über das weitere Vorgehen und allfällige Massnahmen.

«Für die Schulleitung der ETH Zürich kamen die Vorwürfe überraschend. Olivier Voinnet ist ein Wissenschaftler dessen herausragende Forschungsresultate mehrfach von anderen Forschungsgruppen
bestätigt wurden», sagt Detlef Günther.

«Für eine Beurteilung der Vorwürfe brauchen wir die Ergebnisse der Untersuchungskommission. Im Interesse der ETH und des Wissenschaftlers ist es jetzt vorrangig, dass die Untersuchungskommission in Ruhe arbeiten und ein unabhängiges Ergebnis vorlegen kann. Deshalb werden wir erst nach Erhalt des Berichtes eine Stellungnahme abgeben», so der Vize-Präsident weiter.