Zürich

ETH Zürich kann dank Spende Biomoleküle weiter erforschen

13 Millionen Franken für die Kryo-Elektronenmikroskopie an der ETH Zürich. (Symbolbild)

13 Millionen Franken für die Kryo-Elektronenmikroskopie an der ETH Zürich. (Symbolbild)

13 Millionen Franken für die ETH Zürich: Dank Donationen von vier Partnern kann die Hochschule ihre biomedizinische Forschung weiter ausbauen. Das Geld fliesst in die Kryo-Elektronenmikroskopie.

Mit der Spende der Familie August von Finck könne die ETH ein neues Kryo-Elektronenmikroskop beschaffen und das bereits bestehende Gerät aufrüsten, teilte die ETH am Donnerstag mit.

Dank der neuen Instrumente sollen die Forscher in vielen Bereichen neue Einblicke erhalten. So kann beispielsweise mit Kryo-Elektronenmikroskopen - zusammen mit anderen Methoden - genauer untersucht werden, wie sich die Vorgänge in gesunden und kranken Zellen voneinander unterscheiden.

Auch drei Stiftungen - Nomis Foundation, Monique Dornonville de la Cour Stiftung und Baugarten Stiftung - haben sich laut ETH zu einer Förderung dieses zukunftsweisenden Gebiets entschlossen. Dank ihrem Engagement kann über die nächsten zehn Jahre unter anderem eine neue Professur im Departement Biologie aufgebaut werden.

Für ETH-Präsident Lino Guzzella ist klar: Nun können die ETH-Forschenden "die Welt der Biomoleküle in bisher nie erreichter Präzision erforschen". Damit bricht eine neue Ära in der Biochemie an.

Nobel-Preisträger ebnete den Weg

Die Entwicklung des Kryo-Elektronenmikroskops bedeutete für die biochemische und medizinische Forschung einen grossen Durchbruch: Dank der neuen Technologie können Proteine in ihrer tatsächlichen Form bis hinunter auf die atomaren Strukturen untersucht werden.

Bisher liessen sich die oftmals sehr empfindlichen Verbindungen, die in den Zellen immer wieder ihre Form ändern, beispielsweise mit einem herkömmlichen Elektronenmikroskop nicht untersuchen. Es kam zu Strukturveränderungen, die die Aussagekraft der Messungen beeinträchtigten.

Nobelpreisträger Jacques Duboch von der Universität Lausanne leistete einen wichtigen Beitrag zur Entwicklung dieser Technik: Er fand einen Weg, wie man das Wasser in Zellen, das man untersuchen will, so schnell abkühlen kann, dass die Wassermoleküle in einen glasartigen Zustand übergehen, wie es weiter heisst.

Dadurch werde es möglich, die eingefrorenen Strukturen der Proteine elektronenmikroskopisch zu studieren. Dubochet erhielt für diese Leistung im vergangenen Jahr zusammen mit zwei weiteren Kollegen den Nobelpreis für Chemie.

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