Todesfall

ETH-Förderer und Unternehmer Branco Weiss 81-jährig gestorben

Unternehmer, Dozent und Mäzen: Der verstorbene Branco Weiss (Archiv)

Unternehmer, Dozent und Mäzen: Der verstorbene Branco Weiss (Archiv)

Mit dem Tod des Unternehmers und Mäzens Branco Weiss verliert die Wissenschaft einen grossen Förderer. Der erfolgreiche Hightech-Unternehmer unterstützte junge Talente mit vielen Millionen. Jahrzehntelang hatte er ein besonders enges Verhältnis zur ETH Zürich.

Branco Weiss starb im 82. Lebensjahr, wie seine Familie am Montag mitteilte. ETH-Präsident Ralph Eichler sagte, Weiss' Tod hinterlasse an der Lehrstätte eine grosse Lücke: "Wir trauern um einen guten Freund und grossherzigen Förderer, dem wir viel zu verdanken haben", sagte er der Nachrichtenagentur SDA.

Zu den wichtigsten Vermächtnissen des Verstorbenen gehört das ETH-Wissenschaftszentrum "Science City" auf dem Hönggerberg in Zürich, für dessen Bau Weiss 23 Mio. Fr. gespendet hatte. Den Stipendienfonds "Society in Science" übertrug er mit einem Stiftungskapital 20 Mio. Fr. an die ETH.

Neben vielen anderen Engagements unterstützte er an der ETH Lausanne einen Lehrstuhl für "Entrepreneurship und Innovation" und an der Universität Basel einen Lehrstuhl für jüdische Geschichte. Weiss, der 1929 in einer jüdischen Familie im heutigen Kroatien geboren wurde, schuf auch das "Branco Weiss Institute" zur Ausbildung und Integration junger Menschen in Israel.

"Unglaublicher Philantrop"

Seit seiner Zeit als Student in den späten vierziger Jahren habe Weiss eine enge Verbindung zur Lehrstätte gepflegt, betonte die ETH. Neben seiner unternehmerischen Tätigkeit übernahm der promovierte Chemie-Ingenieur an der ETH einen Lehrauftrag für Unternehmensführung. 1998 erhielt er die Ehrendoktorwürde.

"Branco Weiss war ein Philantrop unglaublichen Zuschnitts", sagte der ehemalige ETH-Präsident Olaf Kübler. Weiss engagierte sich auch ausserhalb der ETH als Dozent sowie als Geldgeber und Sponsor für zahlreiche weitere Projekte und Preise. Er förderte Jungunternehmer und Start-ups, und er unterstützte auch das Kulturleben.

Weiss kam in der Zeit des Faschismus als Flüchtling in die Schweiz.

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