Zürich

Essen mit Blick auf die Perrons des Zürcher Hauptbahnhofs

Das Candrian Catering bietet den Pendlern im Zürcher Hauptbahnhof spezielle Gastro-Erlebnisse.

Das Candrian Catering bietet den Pendlern im Zürcher Hauptbahnhof spezielle Gastro-Erlebnisse.

In gediegenem Ambiente die Pendlerströme und die ein- und ausfahrenden Züge wie in einem Stummfilm erleben: Candrian Catering eröffnet in der Querhalle des Zürcher Hauptbahnhofs eine Lounge mit Blick auf die Perrons.

Insgesamt 11,65 Millionen Franken investiert das Familienunternehmen im laufenden Jahr. Davon entfallen rund 8 Millionen Franken in den Ausbau der Gastronomie am HB Zürich, wie Geschäftsführer Claudio Bieri am Dienstag an einer Medienkonferenz bekanntgab.

Mit der Einweihung des unterirdischen Bahnhofs Löwenstrasse eröffnet Candrian Catering an zwei Orten neue Betriebe. Im denkmalgeschützten Eckgebäude des Südflügels ist eine Sushi-Bar mit gedecktem Innenhof angesiedelt. Beim Treffpunkt in der Haupthalle dominiert im neuen Café "Oscar" die amerikanische Schnellimbiss-Kultur.

Hauptattraktion aber ist die "Time"-Bar im Obergeschoss des neuen Glaskubus mit freiem Blick auf die Gleise und die Querhalle. Laut Patrick Candrian, dem verantwortlichen Direktor aller Zürcher Betriebe der Candrian Catering, soll das "Time" Geschäftsleute und Pendler ansprechen, die sich Zeit nehmen für ein kurzes Innehalten im hektischen Alltag oder sich am Bahnhof treffen wollen.

Im Erdgeschoss des Glaskubus untergebracht ist das auf Laugenprodukte und Grillwürste spezialiserte Take Out "Rapido", das während des Bahnhofumbaus in einem Provisorium untergebracht war. Von der Bahnhofhalle in die neue Passage Gessnerallee zügelt das in Partnerschaft mit Möwenpick betriebene Café Blueberry.

Bei den neuen Betrieben im denkmalgeschützten Teil habe der Denkmalschutz stark Einfluss genommen, sagte Patrick Candrian. Das führte unter anderem dazu, dass der Haupteingang zum Glaskubus "versteckt um die Ecke" angeordnet werden musste und nicht gleich auf Anhieb als solcher zu erkennen ist.

Auch bei der Umsetzung der neuen Konzepte setzt Candrian auf die Eigenproduktion. So werden pro Woche über 15'000 Würste im HB vor Ort produziert. Und für die Sushi-Produktion wurde eigenes ein Koch aus Japan angestellt. "Wir wollen frische Produkte an die Front bringen", umreisst Patrick Candrian die Firmenphilosophie.

1 Prozent mehr Umsatz

Die Candrian Catering ist seit 1923 im Zürcher HB mit einer ganzen Reihe von Restaurants, Cafés und Imbissständen vertreten. Zum Portfolio gehören zudem ein Catering-Service und zwei Hotels. 2010 stieg die Gruppe mit vier Betrieben in die Bahnhofgastronomie in Basel ein.

Im vergangenen Jahr steigerte das Familienunternehmen den Umsatz um ein Prozent auf 123 Millionen Franken. Dabei gelte es zu berücksichtigen, dass die Weinhandlung Vina, die zuvor 4 Millionen Franken Umsatz erreichte, verkauft worden sei, sagte Bieri. Gewinnangaben gibt die Candrian Catering keine bekannt.

Zurückhaltend war das Unternehmen im vergangenen Jahr bei den Investitionen. Mit Blick auf die Umsetzung der neuen Gastrokonzepte am Bahnhof Zürich im laufenden Jahr wurden lediglich 3,7 Millionen Franken für Projekte eingesetzt.

Die Gruppe beschäftigte 2013 insgesamt 1020 Mitarbeiter. Mit den neuen Betrieben im Zürcher HB werden laut Candrian rund 70 neue Stellen geschaffen.

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