Tötungsdelikt Weiach
Es war der Ex-Freund, der sich ins Haus schlich und schoss

In Weiach schoss am Sonntagmorgen ein Mann zunächst auf seine Ex-Freundin, dann richtete er sich selbst.

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In Weiach im Zürcher Unterland kam es in der Nacht auf Sonntag zu einer Schiesserei mit einem Todesopfer und einer Schwerletzten.
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Zu den Schüssen kam es in der Nacht auf Sonntag in dieser Privatliegenschaft.
Auch Mitarbeiter von Spurensuche und Forensiker sind am Tatort im Einsatz.
Die Polizei hat am Sonntagmorgen den Tatort abgesperrt.
Beamte auf dem Weg zum Tatort.
Schiesserei in Weiach fordert Todesopfer und Schwerverletzte

In Weiach im Zürcher Unterland kam es in der Nacht auf Sonntag zu einer Schiesserei mit einem Todesopfer und einer Schwerletzten.

Markus Heinzer/newspictures

Am Sonntag schien die Tat mysteriös zu sein; in einer ersten Pressemitteilung sprach die Kantonspolizei Zürich davon, dass nach einer Schiesserei in einem Einfamilienhaus in Weiach eine Person tot, eine schwer verletzt und eine unverletzt sei.

Die genaueren Umstände und in welchem Verhältnis die drei Personen zueinander gestanden haben, war noch unklar. Einen Tag darauf scheint der Fall für die ermittelnde Polizei und die zuständige Staatsanwaltschaft aber klar zu sein: Es handelte sich um ein Beziehungsdelikt.

Gemäss den bereits vorliegenden wissenschaftlichen Erkenntnissen und gestützt auf erste Befragungen ist davon auszugehen, dass die 47-Jährige, die am frühen Sonntagmorgen mit schweren Verletzungen ins Spital geflogen werden musste, bei ihrem aktuellen 48-jährigen Freund in dessen Haus in Weiach übernachtete.

Gegen vier Uhr in der Früh drang offenbar deren 51-jährige Ex-Freund ins Einfamilienhaus ein. Gewaltsam, wie der zuständige Staatsanwalt Matthias Stammbach sagt.

Der Mann hatte sich am frühen Sonntagmorgen ungebeten Einlass verschafft, um dort, wie es in der Medienmitteilung der Staatsanwaltschaft heisst, «das Gespräch zu suchen».

Doch zu einer Aussprache kam es nicht – die Situation ist rasch eskaliert. Der 51-Jährige habe eine Pistole, die er bei sich trug, hervorgenommen und einmal auf seine ehemalige Partnerin geschossen, sagt Stammbach.

Die Frau konnte, obwohl getroffen und schwer verletzt, flüchten. Auch ihr Freund schaffte es, schnell ins Freie zu gelangen. Daraufhin hat sich der im Haus verbliebene Ex-Freund mit seiner eigenen Pistole erschossen. Die Polizei war kurz darauf vor Ort und fand den 51-Jährigen leblos vor.

Die Staatsanwaltschaft wird nun weiter ermitteln, um den Fall abschliessen zu können. Auch wenn natürlich weiterhin alle Möglichkeiten abgeklärt werden, dürfte es doch beim gestern aufgestellten Tatablauf bleiben. Staatsanwalt Stammbach spricht zumindest «von der plausibelsten Variante».

Denn die bereits vorliegenden wissenschaftlichen Erkenntnissen würden eine klare Sprache sprechen. So sei beispielsweise die Pistole nachweislich weder von der verletzten Frau noch vom unverletzten Mann abgefeuert worden.

Und dass weitere Personen – in der Boulevardpresse war noch die Rede von einer vierten Person, einer unverletzten, im Pyjama herumirrenden Frau – irgendwie in die zweimalige Schussabgabe involviert gewesen sein könnten, dafür haben die Ermittelnden keinerlei Anhaltspunkte.

Nähere Angaben über die genaue Art der Verletzung und den aktuellen Gesundheitszustand der 47-Jährigen waren gestern nicht erhältlich. Staatsanwalt Matthias Stammbach bestätigte aber, dass es sich um eine «schwere Verletzung» handelt und sprach von einem «Durchschuss am Oberkörper». Ihr Zustand sei stabil. Und trotz ihrer Verletzung konnte die Frau noch am Sonntag befragt werden.