Der Countdown läuft: Am 10. Juni findet am Seeufer im Zürcher Enge-Quartier das erste Schweizer Formel-E-Rennen statt. Schon ab heute kommen die Vorbereitungen auf Hochtouren: Vom 24. Mai bis 24. Juni dürfen auch während der sogenannten Ruhezeiten Auf- und Abbauarbeiten stattfinden, wie die Stadtpolizei in ihren Verkehrs- und Wasserschutzpolizeilichen Vorschriften festhält. Das heisst: «Es kann Tag und Nacht gearbeitet werden», bestätigt Stephan Oehen, Sprecher des Zürich E-Prix, auf Anfrage.

Strasse wird verbreitert

Die heute beginnenden, teils nächtlichen Strassenbelagsarbeiten erstrecken sich laut Oehen bis übers Wochenende. Die Nachtarbeit sei nötig, um den Verkehr möglichst wenig zu beeinträchtigen. Betroffen ist die Dreikönigsstrasse: Sie wird mit einer zusätzlichen Asphaltschicht aufgefüllt, sodass sie gleich hoch ist wie die Trottoirs. Dadurch verwandelt sich die ansonsten zu schmale Dreikönigsstrasse in eine Rennpiste. Kleinere Vorarbeiten, um den Strassenraum für das Rennen zu präparieren, haben bereits stattgefunden.

Ebenfalls heute starten die fürs Rennen geplanten Hochbauarbeiten. Diese finden tagsüber statt, wie Oehen weiter ausführt. Sie umfassen den Aufbau der fünf Haupttribünen, der Besucher-Suiten, des Fahrerlagers, der Ladestationen für die Elektro-Rennautos sowie der Rennstreckenabsicherung mit 2800 vorgefertigten Betonelementen.

In der Woche vor dem Rennen verwandelt sich das Gebiet zwischen Bürkliplatz, Bahnhof Enge und Strandbad Mythenquai allmählich in eine Sperrzone: Ab 3. Juni ist der Parkplatz Honrain am Mythenquai gesperrt, ab 4. Juni folgen die Parkplätze Hafendamm und Strandbad Mythenquai. Am Rennwochenende vom 8. bis 11. Juni wird das Gebiet zwischen Bürkliplatz, Bahnhof Enge, Seestrasse und Mythenquai grossräumig für den Verkehr gesperrt. Ausgenommen sind Fahrzeuge der Verkehrsbetriebe Zürich, der öffentlichen Dienste sowie Zubringerdienste und andere speziell berechtigte Fahrten.

Das Rennen selbst findet am 10. Juni von 18 bis 19 Uhr statt. Die Trainings- und Qualifikationsläufe sind gleichentags von 9 bis 15 Uhr. Die Tribünenplätze sind ausverkauft. Doch das Rennen lässt sich auch gratis auf den Stehplätzen entlang der Route am Mythenquai und an der Alfred-Escher-Strasse verfolgen. Zudem überträgt SRF live im Fernsehen.

Über 100 000 Besucher erwartet

Ein umfangreiches Rahmenprogramm rund um die Elektromobilität, ergänzt mit Livemusik und DJ-Klängen, begleitet das Spektakel am Rennwochenende. Die Veranstalter erwarten über 100 000 Besucher.
Ob das Formel-E-Rennen auch in den kommenden Jahren in Zürich stattfinden darf, will der Stadtrat aufgrund einer Lagebeurteilung nach der Premiere entscheiden. Die Rennautos sind mit 70 bis 80 Dezibel gemäss Oehen vergleichsweise leise. Die Kosten in Höhe von 2 bis 2,5 Millionen Franken für mit dem Rennen verbundene Dienstleistungen der Stadt übernimmt der private Veranstalter des Rennens, die Swiss E-Prix Operations AG, wie der Stadtrat in einer Antwort auf einen parlamentarischen Vorstoss festhält.