Es gibt Investoren, die an das Areal Hardturm glauben: Fünf Teams haben bei der Stadt Zürich ihre Unterlagen eingereicht – sie wollen ein Fussballstadion für FCZ und GC, gemeinnützige Wohnungen für die Stadtbevölkerung und ein Investorenprojekt für sich planen, bauen und finanzieren. Finanzvorstand Daniel Leupi (Grüne) zeigte sich gestern «sehr zufrieden»: Die Ausgangslage könne als komplex bezeichnet werden, «dennoch haben sich fünf erfolgsversprechende Teams beworben».

Vor zweieinhalb Wochen war bekannt geworden, dass sich zwei namhafte Unternehmen kurz vor dem Ende dieses Investorenwettbewerbes selbst aus dem Rennen genommen haben. Sowohl Halter als auch CS haben am Ende gar nicht erst ihre Unterlagen eingereicht. Sie stuften das Risiko als zu gross ein. Bei Halter hiess es, dass verschiedene Modelle detailliert durchgerechnet worden seien. Aber «die Themen Wirtschaftlichkeit und Städtebau prallen wie Güterzüge aufeinander». Die Anforderungen seien hoch, bestätigt Leupi. «Wir waren aber stets überzeugt, dass mehrere Eingaben kommen werden.» Es habe entsprechende Signale gegeben. Laut Leupi hat die Stadt mit einem knappen halben Dutzend interessierter Teams gerechnet; diese Zielgrösse konnte nun mit fünf Investoren-Gruppen erreicht werden. «Es sind bekannte Namen darunter», sagt Leupi. «Alle Teams haben nachgewiesen, dass sie Erfahrung mit derartigen Grossprojekten haben, sie sind deshalb alle für das weitere Verfahren zugelassen worden.»

Im August 1986 stand das Stadion Hardturm noch: Heute liegt das Gelände brach – fünf Investoren-Teams könnten sich einen Neubau vorstellen. Keystone/Archiv

Im August 1986 stand das Stadion Hardturm noch: Heute liegt das Gelände brach – fünf Investoren-Teams könnten sich einen Neubau vorstellen. Keystone/Archiv

Details werden erst erarbeitet

Als Investoren treten unter anderem die PSP Swiss Property und die Hardturm AG gemeinsam auf. Auch grosse Anleger wie die Swisscanto, die mit dem bekannten Stadionbauer HRS zusammenspannt, oder die Schweizerische Lebensversicherungsgesellschaft (Helvetia) haben ihr Interesse an einer Bebauung des Hardturm-Areals bekundet.

Was die fünf Teams im Detail planen, ist noch unbekannt. Sie mussten noch keine Projektideen abliefern, sondern erst aufzeigen, dass sie ein Projekt dieser Grösse überhaupt finanzieren könnten und auch über entsprechende Erfahrung verfügen. Nun machen sich die Teams an die Detailarbeit; im kommenden Juni werden die Arbeiten vorgestellt und von einer Jury bewertet.

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Die Vorgaben sind klar: Der Investor baut für die beiden Super-League-Clubs FCZ und GC eine reine Fussballarena. Im Gegenzug darf der Investor ein «Renditeobjekt» erstellen – gemäss Ausschreibung sind ein oder mehrere Hochhäuser denkbar. Auf dem 55 000 Quadratmeter grossen Areal muss aber auch noch genügend Platz für eine gemeinnützige Wohnsiedlung sein. Diese rund 170 Wohnungen, die das Stadtzürcher Stimmvolk an der Urne bewilligt hat, muss ein gemeinnütziger Wohnbauträger finanzieren, der im Investorenteam mitzieht (siehe Tabelle).

Als Stolpersteine hatten Halter und CS unter anderem die städtebaulichen Vorgaben sowie die Wünsche der Clubs bezeichnet. So verlangen FCZ und GC bis zum Bezug des neuen Stadions jährliche Betriebsbeiträge von je 1,5 Millionen Franken. «Das sind keine Auflagen der Stadt», sagt Daniel Leupi. Dabei handle es sich um die Wünsche der Fussballclubs. Fixe Bestandteile des Wettbewerbs bilden laut Leupi unter anderem die Stadiongrösse (18 000 Plätze) und die Grösse des VIP-Bereichs (1200 Plätze). Ob der Investor auch die geforderten Betriebsbeiträge übernehmen werde, sei letztlich dessen Entscheidung.

Vom Zeitplan ist klar, dass im kommenden Sommer die Projekte vorgestellt werden. Wann (und ob) der neue Hardturm steht, ist noch unklar. Es dürften mehrere Jahre vergehen.