Zürich
Es geht als doch: ZHAW-Studierende können doch ohne Kreditkarte zahlen

Die Hochschule ZHAW nahm keine Bankzahlungen mehr an und sorgte damit für einen kleinen Aufschrei. Nun wurden die Sekretariate ermahnt, bei Studenten ohne Kreditkarte kulant zu sein.

Michael Graf
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Die ZHAW in Winterthur sagte Ade zu Einzahlungsscheinen.

Die ZHAW in Winterthur sagte Ade zu Einzahlungsscheinen.

CH Media

Die Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (ZHAW) hat aufs Frühlingssemester ihre Zahlungsprozesse umgestellt und die Papierrechnungen abgeschafft. Die Semestergebühren müssen neu standardmässig per Kreditkarte oder Postfinance-Card beglichen werden. Angaben zu einem Bankkonto fehlen dagegen komplett. Das löste in Studentenkreisen einigen Protest aus – denn längst nicht jede oder jeder verfügt während des Studiums über eine solche Karte.

Nun kursiert in den sozialen Netzwerken ein Bild, das zeigt, wie der betroffenen Studentin die Option «Rechnung als PDF abrufen und mit E-Banking bezahlen» angeboten wird. Ist die ZHAW unter dem Druck der Kritik zurückgerudert und hat die Banküberweisung wieder eingeführt?

Nein, sagt Sprecher Abraham Gillis. «Die Alternative mit einer Zahlung via IBAN war in Ausnahmefällen schon immer möglich.» Die erwähnte Studentin hatte sich offensichtlich ans Studiensekretariat gewandt und eine solche Ausnahme geltend gemacht. Das ist dann auch das Vorgehen, das die ZHAW betroffenen Studenten empfiehlt, die keine Kreditkarte und kein Postkonto besitzen: eine Anfrage an das zuständige Studiengangsekretariat.

Das hatte in der Vergangenheit nicht immer geklappt; gegenüber den Medien beklagten mehrere Studierende, sie hätten auf Anfrage keine Zahlungsangaben erhalten. «Da die Onlinebezahlung für alle Studierenden erst gerade Anfang Jahr eingeführt wurde, kann es sein, dass bei der internen Koordination mit den einzelnen Departementen noch Abstimmungsschwierigkeiten bestehen», sagt Gillis dazu. «Wir haben inzwischen darauf reagiert und die Departemente daran erinnert, dass Ausnahmen in begründeten Fällen gewährt werden.»

Micha Neumair, Präsident des Studierendenvereins VSZHAW, findet diese Lösung «für den Moment akzeptabel» – sofern die Ausnahmen auch tatsächlich gewährt würden. In Zukunft werde sich der VSZHAW aber dafür einsetzen, dass mindestens eine zweite Bezahlmöglichkeit äquivalent angeboten werde, ob per Überweisung oder mit der unter den Studierenden sehr verbreiteten Handy-App Twint.

Letzteres sei in Planung, habe sich aber etwas verzögert, sagt Gillis. «Eine Einführung auf das nächste Semester ist das Ziel.»

Es stellt sich noch die Frage, warum eigentlich nicht alle Studierenden eine Kreditkarte besitzen. «Meiner Generation wurde immer wieder eingebläut, dass das eine Schuldenfalle sei», sagt Neumair. Teilweise verweigern Zahlungsanbieter Studenten auch schlicht die Karte – weil ihr Einkommen zu gering sei.