Spätestens bis 2050

«Es braucht eine krasse Wende»: Grüne präsentieren Klimaplan

«Die Klimakrise durch moralische Appelle lösen zu wollen, ist naiv.» Es brauche politische Lösungen und der Kanton Zürich könne viel tun, sagt Martin Neukom (Grüne).

Die Grüne Partei will ihre sechs im Jahr 2015 verlorenen Kantonsratssitze zurückerobern. Auch mit einem Klimaplan will sie nun Stimmen holen.

Wenn Tausende von Schülern wegen der Klimakrise auf die Strasse gehen, dann ist die Ausgangslage für die Grünen gut: Dies nutzt Regierungsratskandidat Martin Neukom. Der 32-jährige Kantonsrat aus Winterthur ist zwar wenig bekannt, versteht aber etwas vom Klima. Er ist Ingenieur und spezialisiert auf Solartechnik. Und er glaubt zu wissen, was der Kanton Zürich konkret gegen die Klimakrise tun könnte. Gestern stellte er seinen Klimaplan vor.

Gestützt auf die Forschung geht Neukom davon aus, dass es beim Klima einen Kipppunkt gibt. Wird eine gewisse Temperaturschwelle und CO2-Konzentration überschritten, droht eine unkontrollierbare Kettenreaktion. Die Erde erwärmt sich immer mehr – mit verheerenden Folgen für den Planeten.

Um das Kippen zu vermeiden, müsse die Erwärmung unter zwei Grad bleiben, sagt Neukom: «Es braucht eine krasse Wende. Es reicht nicht, die Emissionen ein bisschen zu senken.» Sie müssten raschmöglichst auf null, spätestens bis 2050.

«Es braucht politische Lösungen»

Dass jeder etwas tun könne, sei richtig, aber irreführend. Heute sei es in der Schweiz gar nicht möglich, klimaverträglich zu leben. «Die Klimakrise durch moralische Appelle lösen zu wollen, ist naiv.» Es brauche politische Lösungen. Der Kanton Zürich könne viel tun. Zum Beispiel Gebäude bauen, die mehr Energie erzeugen als verbrauchen – mit Solarzellen auf Dächern und an Fassaden. Auch bestehende Häuser liessen sich energiefreundlich sanieren. Die tiefe aktuelle Sanierungsrate von einem Prozent im Kanton gelte es zu verdreichfachen. Neue Ölheizungen gehörten verboten. Mit guter Raumplanung will Neukom die Mobilität reduzieren. Kurze Arbeitswege und lokal einkaufen, heissen die Ziele.

Die Grünen wollen bei den Wahlen mindestens ihre sechs Sitze zurückgewinnen, die sie 2015 verloren. (tsc)

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