«Wut und Enttäuschung herrschen immer noch vor», sagt Peter Marschel, Präsident des Fördervereins des Alfred-Escher-Musicals. Das Musical hätte an Eschers 200. Geburtstag am 20. Februar 2019 Premiere feiern sollen. «Escher – de König vo Züri» steht aber unter keinem guten Stern.

Im Sommer wurde das Musical redimensioniert, weil sich die Credit Suisse nicht an der Finanzierung beteiligte. Vielmehr plant die Bank laut einem Sprecher eigene Aktivitäten rund um den Geburtstag. Die Musical-Macher verschoben die Premiere auf September und den Ort von der Maag-Halle ins Haus des Zürcher Kammerorchesters (ZKO) beim Bahnhof Zürich-Tiefenbrunnen.

«Wissen auffrischen»

Im November versagte der Kantonsrat dem Musical die finanzielle Unterstützung. Von den geforderten 2 Millionen Franken für den Verein des Doppeljubiläums Alfred Escher und Gottfried Keller (siehe Zweittext), strich der Rat die halbe Million, die für das Musical vorgesehen war. Das Konzept überzeuge nicht, meinte die Finanzkommission (Fiko). Man habe nicht per se etwas gegen das Musical, vielmehr herrsche Unbehagen gegenüber dem Vorgehen und dem Jubiläumskonzept, sagte Fiko-Präsidentin Beatrix Frey-Eigenmann (FDP) im «Tages-Anzeiger».

Die Bedenken versteht Kulturmanager Marschel nicht: «Die Projekte wurden von einer Jury beurteilt und von Autoritäten abgenickt.» Niemand habe das Musical infrage gestellt. Auch Beat Husi, Präsident des Vereins «200 Jahre Alfred Escher und Gottfried Keller» und Präsident der Alfred Escher-Stiftung habe es «wehgetan», dass die Finanzierung des Musicals gestrichen wurde: «Zu Alfred Escher fehlt oft das Wissen. Das hätte das Musical spielerisch und korrekt aufgefrischt.»

Die Musical-Macher um Peter Marschel und Produzent Walter Hitz – der für das Polo-Hofer-Musical «Alperose» verantwortlich war – lassen sich nicht unterkriegen. «Es passt zu Alfred Escher, dass Widerstände überwunden werden müssen», sagt Marschel. Musik und Songtexte seien bereit. Auch hätten Geldgeber ihre Unterstützung zugesagt, darunter die SBB und die Migros.

Die von Alfred Escher gegründete Swiss Life will laut Marschel ein Engagement prüfen, sobald die Realisierung konkreter sei. Von den 2,7 Millionen Franken Produktionskosten fehlen aber nach wie vor die 500 000, die aus dem Lotteriefonds hätten kommen sollen.

Premiere im Dezember?

Zwar ist die Realisierung des Musicals noch nicht sicher, aber Peter Marschel ist voller Hoffnung, «die dunkle Wolke, die über dem Projekt hängt», zu verscheuchen. Er plant mit der Premiere im Dezember 2019.