Die Baugenossenschaft Schönheim (BGS) hat ihre 90 Zweieinhalb- bis Fünfzimmerwohnungen in ihrer Siedlung Eyhof saniert und erneuert. Hier steht nun auch das erste Nichtraucher-Haus der Schweiz, wie der "TagesAnzeiger" berichtet. 

Im sogenannten Haus A gilt nicht nur in der Wohnung, sondern auch im Treppenhaus, auf dem Balkon und in der Tiefgarage ein striktes Rauchverbot. Das Konzept sei bei der Vermietung gut angekommen, meint Roland Verardo, Präsident der Baugenossenschaft Schönheim. So sagt er gegenüber dem "TagesAnzeiger": "Wir hätten problemlos drei solche Häuser bauen und vermieten können."

Trotzdem, Raucherinnen und Raucher wolle man mit diesem Konzept keinesfalls diskriminieren, so Verardo im Gespräch. Das Nichtraucher-Haus sei ein neues Konzept, um Konflikten zwischen Rauchern und Nichtrauchern entgegenzuwirken. 

Nichtrauchervereinbarung für Mieter

Die Mieter des Nichtraucher-Hauses müssen eine Nichtrauchervereinbarung unterschreiben. Wer gegen diese verstösst, wird verwarnt. Bei wiederholtem Missachten des Rauchverbots werde der Mietvertrag gekündigt, sagt der BGS-Präsident. Diese Kündigung würde selbst einer gerichtlichen Prüfung standhalten, ist die Baugenossenschaft überzeugt.

Mieterverband Zürich äussert sich kritisch 

Der Mieterverband Zürich steht dem neuen Konzept kritisch gegenüber. Laut dem Kommunikationsleiter Walter Angst ist das Haus "ein sehr starker Einschnitt in die Lebensgestaltung und Privatsphäre eines Mieters." Generell sei die zunehmende Segmentierung von Mietern problematisch.

Denke man nämlich das Konzept von autofreien und Nichtraucher-Siedlungen weiter, so werden künftig auch Häuser gebaut, in denen keine Kinder, Velofahrer oder Jogger willkommen seien. Solche Regelungen findet der Zürcher Mieterverband nur dann sinnvoll, wenn diese aus gesundheitlichen Gründen geschehe, sagt Angst. Wie zum Beispiel das Mehrfamilienhaus in Leimbach für hochallergische Menschen.

Auch der (HEVZ) steht dem Konzept kritisch gegenüber. So wirft HEVZ-Direktor Albert Leiser im Gespräch mit dem "TagesAnzeiger" die Frage auf: "Und wie steht es mit den Besuchern der Bewohner? Dürfen die auf dem Balkon auch nicht rauchen?" 

Trotz der Kritik ist die BGS von ihrem Konzept überzeugt und überlegt sich, ob noch weitere Nichtraucherhäuser gebaut werden sollen. (lgi)