Bier
Erste Züri Beer Week soll Zürich zum Schäumen bringen – auch das Limmattal ist beteiligt

Der Craft-Beer-Boom treibt ungeahnte Blüten: An der ersten Züri Beer Week bieten sich ab Samstag Einblicke in der Welt der vielen kleinen Brauereien.

Matthias Scharrer
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Zum Abschluss der Bierwoche findet das Craft Beer Festival neu in den Intercomestibles-Lagerhallen im Zürcher Quartier Binz statt.

Zum Abschluss der Bierwoche findet das Craft Beer Festival neu in den Intercomestibles-Lagerhallen im Zürcher Quartier Binz statt.

zvg

Die Zahl der Schweizer Brauereien schnellt weiter in die Höhe: 1104 Hersteller des sprudelnden Gerstensafts sind derzeit beim Bund registriert – davon 148 im Kanton Zürich, wie die eidgenössische Zollverwaltung gestern auf Anfrage mitteilte. Damit existieren mehr als doppelt so viele Schweizer Brauereien wie vor fünf Jahren. Und 1990, als die hiesige Biervielfalt auf dem Tiefpunkt war, gab es schweizweit nur 32 Brauereien.

Das hat sich gründlich geändert, seit der Craft-Beer-Boom aus den USA nach Europa schwappte. Um die Erzeugnisse kleiner Brauereien aus der Region einem breiteren Publikum näher zu bringen, lancierte die Zürcher Getränkehandelsfirma Intercomestibles vor vier Jahren das Craft Beer Festival – und serviert nun erstmals die Züri Beer Week dazu: Vom 28. September bis zum 5. Oktober wollen die Macher der Züri Beer Week und des Festivals Zürich zum Schäumen bringen, wie sie in einer Mitteilung ankündigen. Organisator der Züri Beer Week ist Roland Rüegsegger. «Nachdem wir viermal das Craft Beer Festival durchgeführt hatten, wollen wir es ausweiten auf die Gastronomie», erklärt er.

Die Bierwoche findet nun in über 20 Lokalen mit rund 40 Events statt, hauptsächlich in den Stadtkreisen 3 und 4. Und das Craft Beer Festival zum Abschluss der Bierwoche am 5. Oktober erhält mit dem Intercomestibles-Lager im Stadtteil Binz einen neuen Standort. Bisher war es im Restaurant Ziegelhütte in Zürich-Schwamendingen zu Hause.
Die Dietiker Darkwolf Brewery legt auch auf

Im Rahmen der Bierwoche bieten sich spezielle Einblicke in die lokale und regionale Bierkultur. Zum Start lädt am Samstag ab 12 Uhr das Bierlab (Grüngasse 7) zum Tag der offenen Tür. Das Brauerei-Pub im Zürcher Kreis 4 wurde im Januar von den Materialwissenschaftern Urs Ebneter und Pierre Elser eröffnet. Ihr Bear’n’Stein-Bier gibts nur hier sowie in einigen Stadtzürcher Bars, und zwar frisch gezapft. In Flaschen ist es nicht erhältlich.

Im Restaurant Korner (Gartenstrasse 20) übernehmen am Mittwoch und Donnerstag die Brauereien St. Laurentius und Braumanufaktur Schlachthuus aus dem Zürcher Unterland die Zapfhähne. Und im Restaurant Brisket (Pfingstweidstrasse 6) gibts am Mittwoch zum Fünf-Gang-Menü Bierspezialitäten von Dr. Brauwolf, einer 2017 in Zürich eröffneten Show-Craft-Brauerei.

Die Zürcher Brauer von Kwär Bier und Höngger Sunne wiederum bewirten am Mittwoch die Aussenbar des Restaurants Enfant terrible (Zentralstrasse 156).

Auch Limmattaler Bier ist an der Züri Beer Week präsent: Die Dietiker Darkwolf Brewery ist am Donnerstag in der Mars Bar (Neufrankengasse 15) zu Gast. Im Gepäck haben die Brauer Salome Baumann und Stephan Troxler nicht nur eine Auswahl ihrer Craft-Biere, die alle nach Heavy-Metal-Songs benannt sind. Ab 21 Uhr legen die beiden Metal-Fans Baumann und Troxler auch ihre musikalischen Lieblingskracher auf. Die Schlieremer Brauerei Ahoi schliesslich schenkt am Craft Beer Festival am 5. Oktober im Intercomestibles-Lager (Binzstrasse 23) mit aus.

Dass die Bierkultur mittlerweile ungeahnte Blüten treibt, zeigt nicht zuletzt der Beitrag der Bar 63 (Rolandstrasse 19) zur Bierwoche: Die Bar im Langstrassenquartier serviert ab morgen täglich Bier-Cocktails. Auf der Karte findet sich beispielsweise ein Mixgetränk namens «Old Schlieren». Es besteht aus Ahoi Bier der Geschmacksrichtung Passionsfrucht IPA, siebenjährigem Rum, Limettensaft, Minze und dem Cocktailbitter Angostura. Oder wie wärs mit einem «Sailing», bestehend aus Turbinenbräu Sprint, Gin, Tiple-Sec-Orangenlikör und Zitronensaft? «Es ist erstaunlich, wie oft, auch in klassischen Cocktails, der Filler durch Bier ersetzt werden kann und es passt», sagt Barkeeper Jonas Schwarz. Prost.