Kommentar
Erst kommt die Optik, dann das Gewissen

Wir müssen uns wieder fragen, woher unsere Sachen kommen – gerade bei unserer Kleidung.

Anina Gepp
Anina Gepp
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(Symbolbild)

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KEYSTONE/CHRISTIAN BEUTLER

Fair produzierte Mode ist mit dem Klischee behaftet, man sehe darin aus wie ein typischer Öko. Dabei ist das gängigste Kleidungsstück im Sortiment der fairen Kleidung das Baumwoll-T-Shirt. Ein schlichtes, ohne Aufdruck, wie wir es alle im Kleiderschrank liegen haben. Generell setzen viele nachhaltige Labels auf Klassiker. Kleidungsstücke, die zeitlos sind und nie aus der Mode kommen.

Die Produkte stammen aus biologischem Anbau, wurden umweltschonend und sozial verträglich produziert. Lauter Kriterien also, die uns beispielsweise beim Einkaufen von Nahrungsmitteln durchaus wichtig sind. Doch warum übertragen wir diese Faktoren nicht auf die Kleidung, die wir einkaufen? Ein Grund liegt auf der Hand: Es ist so schön einfach. Mit einer vollen Tüte neuer Kleidung nach Hause zu gehen, löst Glücksgefühle in uns aus. Das belegen sogar Studien.

Doch lange hält dieses Gefühl nicht an. Unsere Errungenschaften sind meist Belohnungs- oder Frustkäufe. Und werden dann zu Schrankleichen. Was auf den Kleidungsetiketten steht? Wahrscheinlich «Made in Bangladesh». Wir füllen unsere Taschen auf Kosten anderer Menschen, die dort unter schlechtesten Bedingungen arbeiten.

Deshalb müssen uns wieder fragen, woher unsere Sachen kommen – und zwar in allen Bereichen des Lebens, aber gerade bei unserer Kleidung. Mittlerweile gibt es viele Unternehmen, die faire Mode anbieten, die bezahlbar und schön ist. Und die man mit gutem Gewissen tragen kann. Wer zu faul ist, sich zu informieren, dem sei gesagt: Weniger einkaufen ist auch nachhaltig.