Zürich
Eröffnung der Überbauung Kalkbreite - ein neues Stück Stadt

Die Eröffnung des Wohn- und Gewerbehauses Kalkbreite in Zürich ist am Samstag mit Reden, einem Tag des offenen Hauses sowie mit Kinder- und Bühnenprogramm gefeiert worden. 256 Bewohner und 200 Gewerbetreibende füllen die Überbauung mit Leben.

Merken
Drucken
Teilen
Herzstück der Kalkbreite-Siedlung ist der begrünte Innenhof mit Spielplatz. Er befindet sich auf dem Dach des Tramdepots Kalkbreite.

Herzstück der Kalkbreite-Siedlung ist der begrünte Innenhof mit Spielplatz. Er befindet sich auf dem Dach des Tramdepots Kalkbreite.

Matthias Scharrer

Bis zur heutigen Eröffnung der "Kalki" sei es kein 100-Meter-Lauf, sondern ein regelrechter Marathon gewesen, sagte der städtische Hochbauvorsteher André Odermatt (SP) gemäss Redetext am Samstag. Alle Beteiligten hätten einen langen Atem gebraucht.

Die Vorgeschichte der Überbauung Kalkbreite reicht bis ins Jahr 1975 zurück. Damals lancierte die SP eine Volksinitiative für Wohnungsbau an der Kalkbreite. 1978 nahm der Gemeinderat die Initiative an.

Rund 30 Jahre später - im Jahr 2006 - entwarfen eine Handvoll Quartierbewohner und Fachleute unter dem Titel "Die Kalkbreite - ein neues Stück Stadt" die Bebauung. Bis zur Fertigstellung dauerte es dann weitere acht Jahre.

Odermatt bleiben vor allem drei Etappen in Erinnerung: Es sei dies erstens der Architekturwettbewerb, zweitens der private Gestaltungsplan und drittens der kombinierte und anspruchsvolle Bau einer überdachten Tramhalle mit einer Wohn- und Gewerbesiedlung.

Velo- statt Autoparkplätze

Die Ausgangslage - ein urbanes Areal mit Strassen und Bahnen rundherum - sei sehr komplex gewesen. Von Anfang an war zudem klar, dass die Abstellflächen für die Trams bestehen bleiben. Dies machte die Aufgabe noch schwieriger.

Odermatt bezeichnete die Kalkbreite als "ein innovatives Projekt sowohl in architektonischer und städtebaulicher Sicht wie auch in Bezug auf soziale, ökologische und wirtschaftliche Nachhaltigkeit".

Neben der Abstellanlage mit neun Gleisen erhält die Siedlung 97 Wohneinheiten in 55 Wohnungen. Zehn Läden, eine Kindertagesstätte, drei Restaurants, ein Kino, acht Büro- und Atelierbetriebe, ein Geburtshaus und eine medizinische Praxisgemeinschaft nutzen die Gewerbefläche.

Dazu kommt eine Vielfalt an Räumen zur gemeinschaftlichen Nutzung. Anstelle einer Tiefgarage wurden 300 ebenerdige Veloabstellplätze realisiert. Die Überbauung kostete 62,5 Millionen Franken. Gebaut wurde im Minergie-P-Eco-Standard.