1. August-Ansprache
Ernst Stocker über die Schweiz: "Auch wer klein ist, kann Grosses leisten"

Die Schweiz kranke daran, dass sie mit sich selbst hadert und ihre Kleinheit beklagt, findet der Zürcher Regierungsrat Ernst Stocker (SVP). An Kleinheit allein sei nichts falsch oder schlecht. Er sehe sie im Gegenteil als Chance und Vorteil, sagte der Finanzdirektor am Montag an der Bundesfeier in der Zürcher Stadthausanlage.

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Ernst Stocker hielt eine 1. August-Ansprache in Zürich. (Symbolbild)

Ernst Stocker hielt eine 1. August-Ansprache in Zürich. (Symbolbild)

Mathias Marx

Ohnehin seien es ja "grosse Nationen, die uns auf der Weltbühne heute Sorgen machen, nicht kleine", sagte Stocker. Und Kleinheit sei auch relativ. Länder wie Irland oder Neuseeland, die nur etwas mehr als halb so viele Einwohnerinnen und Einwohner hätten wie die Schweiz, höre man auch kaum über ihre Kleinheit klagen.

Es gebe für die Schweiz auch keinen Grund, sich kleiner zu machen als sie ist. Sie sei zwar flächenmässig nur das 133. Land, aber auf der Rangliste der wirtschaftsstärksten Länder auf Rang 20 von 190. "Auch wer klein ist, kann Grosses leisten", findet Stocker.

Kleinheit bedeute Übersichtlichkeit, Vertrautheit und Sicherheit und dies seien "die höchsten Güter eines Staates". Kleinheit fördere auch die Beweglichkeit und den Erfindergeist, sie stärke zudem den Behauptungswillen und die nationale Identität. Stocker rief dazu auf, sich auf die Stärken zu besinnen, statt über Schwächen zu lamentieren.