Herr Stocker, das Nein zum höheren Vignettenpreis dürfte die Projekte Oberland- und Glattalautobahn empfindlich treffen.

Ernst Stocker*: Ja, der Volksentscheid vom Sonntag wirft alle damit verbundenen Projekte um Jahre zurück.

Und wie geht es weiter?

Der Bund muss nun die anstehenden Projekte in den Kantonen priorisieren.

Mit anderen Worten, jetzt geht der Kampf der Kantone los, die ihre Autobahnprojekte vorantreiben wollen?

Dieser Kampf läuft schon lange. Ich gehe davon aus, dass die Zürcher Projekte bezüglich Verkehrsaufkommen gute Chancen haben. Mit der Glatttalautobahn würde eine der am meisten befahrenen Autobahnen der Schweiz entlastet werden. Wie es in Bern politisch aussieht, steht auf einem anderen Blatt. Aber ich werde mich bei Bundesrätin Doris Leuthard mit Nachdruck für die Zürcher Interessen einsetzen.

Aber die Oberlandautobahn ist nicht umsetzungsreif.

Das Bundesgericht hat sich im Fall der Oberlandautobahn gegen unser Projekt ausgesprochen. Wir brauchen jetzt deshalb möglichst schnell eine machbare Strassenführung. Daran arbeiten wir mit Hochdruck.

Und wie soll der Bau bezahlt werden?

Es liegt nun am Bund, alternative Finanzierungswege aufzuzeigen, die auch eine Mehrheit finden. Bundesrätin Doris Leuthard hat ja bereits die Idee einer Benzinpreiserhöhung aufgebracht. Oder das Geld wird andernorts im Bundeshaushalt eingespart.

*Ernst Stocker (SVP) ist Volkswirtschaftsdirektor des Kantons Zürich.