Zürcher Nightlife
Erhöhte Polizeipräsenz - Clubber und Anwohner sollen sich näher kommen

Sollen Bewohner wegziehen, nur weil das Nachtleben zu ihnen kommt? Polizeivorsteher Richard Wolff will die Nachtpräsenz ausbauen, um das Zusammenleben von Anwohnern und Partygängern zu verbessern.

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Polizeivorsteher Richard Wolff (AL).

Polizeivorsteher Richard Wolff (AL).

Keystone

Anwohner und Clubber sollen sich annähern: Der Stadtzürcher Polizeivorsteher Richard Wolff (AL) will die Polizeipräsenz am Wochenende verstärken. Ab Mai sollen zwischen Donnerstag und Sonntag mehr Polizisten im Einsatz sein. Damit wolle er das Nachtleben aber nicht einschränken, sondern versuchen, einen Mittelweg zwischen Party und den Ruhebedürfnissen der Anwohner zu finden, wie Wolff in einem Interview mit der «NZZ» sagt.

Neben dieser Ankündigung spricht Wolff auch den Mangel an Freiräumen an. Nicht auf die leichte Schulter nehme er, dass beispielsweise das Binz-oder Labitzke-Areal weichen mussten. Solche Orte seien wichtig, denn dort basiere alles auf Freiwilligenarbeit und ohne Konsumzwang. Problematisch sei, dass bereits ein grosser Teil kommerzialisiert ist. «Die Forderung nach nicht kommerziellen Räumen ist zu kurz gekommen», sagt Wolff.

Die Thematik «Kommerzielle Räume» findet im Zürcher Nachtleben aber keinen Anklang. Die Stadt müsse begreifen, dass das Nachtleben ein Wirtschaftszweig ist, den es zu unterstützen gelte, so Nachtleben-Experte Alex Flach, der unter anderem auch Sprecher der Zürcher Clubs Hive, Supermarket und Zukunft ist, gegenüber «20 Minuten». Das Zürcher Nachtleben schaffe mit seinen Arbeitgebern und Steuerzahlern einen Mehrwert für Zürich - dies ohne Unterstützung der Stadt.