Weinland

Erhöhtes Hirntumor-Risiko im Weinland: Gesundheitsdirektion machte Zahlen nicht publik

Im Zürcher Weinland ist das Krebsrisiko bei Kindern höher als anderswo in der Schweiz.

Im Zürcher Weinland ist das Krebsrisiko bei Kindern höher als anderswo in der Schweiz.

Im Kanton Zürich wurde von 2005 bis 2015 ein um 39 Prozent höheres Hirntumor-Risiko bei Kindern festgestellt. Besonders betroffen war hierbei der Bezirk Andelfingen.

Berner Forscher machten im Frühling publik, dass das Hirntumor-Risiko bei Kindern im Zürcher Weinland erhöht ist. Sie vermuten Pestizide als Auslöser, da sich auch im ebenfalls landwirtschaftlich intensiv genutzten Bieler Seeland eine statistische Erhöhung der Fälle zeigte. Wie jetzt bekannt wird, lagen der Zürcher Gesundheitsdirektion schon ein Jahr zuvor ähnliche Zahlen vor.

Demnach war in den Jahren 2005 bis 2015 das Hirntumor-Risiko im ganzen Kanton um 39 Prozent erhöht. Dies geht aus einem internen Dokument hervor, das eine Expertengruppe des Kantons im Mai 2019 verfasst hatte und dieser Zeitung vorliegt. Unterzeichnet ist es vom früheren Kantonsarzt. Die Wahrscheinlichkeit, dass es sich um eine zufällige Erhöhung handelt, liege bei 0,2 Prozent, heisst es. Im Bezirk Andelfingen war das Risiko nochmals deutlich grösser. Innert der zehn untersuchten Jahre wurden sieben Fälle von Hirntumoren bei Kindern gemeldet, statistisch wären nur zwei zu erwarten gewesen. Die Gesundheitsdirektion bestätigt die Korrektheit der Zahlen auf Anfrage. Weshalb sie bisher zurückgehalten wurden, wird nicht beantwortet.

Klar ist: Weder die eigenen Zahlen noch die Berner Studie haben zu einer gross angelegten Untersuchung geführt. «Die Tumore sind von ihrer Entstehung her unterschiedlich und es deutet unter diesem Aspekt nichts auf eine gemeinsame Ursache hin», schrieb der kantonsärztliche Dienst bereits im Sommer auf Anfrage. «Darum kann nicht gezielt nach einem konkreten Umweltrisiko gesucht werden.»

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