Strassenverkehr
Erfolgreicher Test: Automatische Zufahrtskontrolle an Zürcher Langstrasse bewährt sich

Die automatische Zufahrtskontrolle an der Langstrasse hat sich bewährt. Die Zahl der unerlaubten Nachtfahrten ging markant zurück. Die Stadt will deshalb im kommenden Jahr drei weitere Geräte einsetzen.

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Sicherheitsvorsteher Richard Wolff (AL) hat bereits den Auftrag erteilt, die automatische Zufahrtskontrolle auszuweiten. (Archiv)

Sicherheitsvorsteher Richard Wolff (AL) hat bereits den Auftrag erteilt, die automatische Zufahrtskontrolle auszuweiten. (Archiv)

Keystone

Sowohl bei der Zufahrt an der Magnus-/Schöneggstrasse als auch an der Lang-/Dienerstrasse sei ein markanter Rückgang der unerlaubten Zufahrten festgestellt worden, teilte die Stadt Zürich am Donnerstag mit.

Zu Beginn des Versuchs im Juni missachteten bei der Zufahrt an der Magnus-/Schöneggstrasse noch durchschnittlich 125 Autofahrer pro Nacht das Fahrverbot. Bis im November ging diese Zahl auf 25 zurück - bei durchschnittlich rund 100 erlaubten Zufahrten pro Nacht. Am zweiten Standort seien ähnliche Ergebnisse erzielt worden, allerdings mit geringeren Fahrzeugfrequenzen.

Während der Versuchsphase stand ein Nummernschild-Erkennungsgerät zur Verfügung. Dieses wurde abwechselnd an zwei Zufahrten ins Nachtfahrverbotsgebiet "westliche Langstrasse" eingesetzt und funktionierte einwandfrei.

Das System erfasst die Nummernschilder der Fahrzeuge. Danach gleicht es die Nummern mit der Datenbank der Zufahrtsbewilligungen ab. So erkennt es Fahrzeuge, die unberechtigt ins Nachtfahrverbotsgebiet fahren und die Halter werden entsprechend gebüsst. Bis Ende Oktober wurden rund 6500 Übertretungen des Fahrverbots geahndet.

Stadt will drei weitere Geräte anschaffen

Die Stadtpolizei und die Dienstabteilung Verkehr bewerten den Versuch als erfolgreich, wie es weiter heisst. Das Ziel, ein deutlicher Rückgang der Übertretungen, sei erreicht worden. Ausserdem wurden die Polizeipatrouillen durch die technische Lösung entlastet.

Sicherheitsvorsteher Richard Wolff (AL) hat deshalb den Auftrag erteilt, die automatische Zufahrtskontrolle auszuweiten und drei weitere Geräte anzuschaffen - sofern der städtische Datenschützer seinen Segen gibt. Die Geräte sollen hauptsächlich im Nachtfahrverbotsgebiet Langstrasse Ost/West eingesetzt werden, wie es weiter heisst.

Eine Ausweitung auf andere Nachtfahrverbot-Gebiete sei zudem in Planung. Da dort teilweise andere Verkehrsregimes gelten, sind dort für einen Einsatz noch weitere Abklärungen nötig.

Barrieren abgeschafft

Im April 2016 entschied die Stadt, die über 70 Barrieren bei Zufahrten in Fahrverbots- und Fussgängerzonen abzuschaffen. Sie sorgten unter anderem dafür, dass die Anwohner in ihren Quartieren nachts nicht von Verkehrslärm gestört wurden.

Rund die Hälfte der Barrieren wurden täglich von privaten Sicherheitsleuten bedient - einige ständig, damit Zufahrtsberechtigte passieren konnten. Durch das Bedienen und den Unterhalt entstanden laut Stadt unverhältnismässig hohe Kosten in Höhe von über einer Million Franken.

Nach dem Ende der Barrieren führte die Polizei vermehrt Kontrollen durch. Da diese jedoch personalintensiv sind und Forderungen aus den Quartieren laut wurden, suchten Stadtpolizei und die Dienstabteilung Verkehr nach alternativen Lösungen und wurden nun mit den Nummernschild-Erkennungsgeräten offenbar fündig.