Zahlreiche Velos säumen die Ränder des Rapidplatzes. Es riecht nach Bratwurst und Käse. Drei bärtige Männer spielen auf Saiteninstrumenten. Sie stehen vor einer Feuerschale. Zwei Seniorinnen wippen zum Takt der Musik. An einem Stehtisch verspeist eine Frau gerade ein äthiopisches Fladenbrot. Daneben deckt sich ein Vater am Frischmarktstand mit Spargeln und Randen ein. Seine Tochter hält einen Tierballon in der Hand und erschrickt, als sich ihr ein Stelzenkünstler in grauem Gefiederkostüm nähert.

Es ist 18 Uhr. Der erste Fiirabigmärt im Limmatfeld ist in vollem Gange. Trotz trübem Wetter haben sich zahlreiche Besucher auf dem Rapidplatz eingefunden. «Wir finden es gut, dass durch den Markt ein Begegnungsort auf dem Rapidplatz entsteht. Das fehlt in Dietikon», sagt das Ehepaar Beatrice und Fredy Giger. Sie sind mit ihrer Meinung nicht alleine. «Es ist gut, dass der Platz belebt wird, sonst wirkt er gar füdliblutt», sagt Martha Kuenz. Sie wohnt gleich um die Ecke im Altersheim Senevita. «Ich wollte mal schauen, was der Fiirabigmärt taugt und ich bin positiv überrascht», sagt sie, während sie eine Kalbsbratwurst am Stand vom Biohof Fondli kauft. Sébastian Czaka packt der Seniorin zur Wurst ein Bürli ein. Anfang Jahr haben er, Tina Siegenthaler und Finn Thiele den Biohof übernommen. «Es kennen uns noch nicht alle Dietiker. Der Stand am Fiirabigmärt ist eine gute Gelegenheit, um auf unsere Produkte und den Biohofladen aufmerksam zu machen», sagt Czaka.

Am Grill stehen die meisten Würste vom Biohof landen an diesem Abend auf dem Gasgrill in der Mitte des Rapidplatzes. Sabine Billeter, die den Anlass im Auftrag der Vereinigung Zentrum Dietikon auf die Beine gestellt hat, gibt die Grillmeisterin. «Eigentlich habe ich ja gedacht, dass jeder seine Wurst selber grilliert», sagt sie und lacht. Dass ihre Idee nicht aufgehe, sei aber kein Problem. Schliesslich liebe sie es, Leute zu bekochen. «Ich bin sehr zufrieden, das Wetter macht mit, viele Leute sind gekommen. So habe ich mir das vorgestellt», sagt sie und wendet die Würste auf dem Rost. Immer wieder klopfen Leute Billeter im Vorbeigehen auf die Schulter und sagen: «Gratulation, das hast du gut hinbekommen.»

Erfreut zeigt sich auch der neu gewählte Dietiker Stadtpräsident Roger Bachmann (SVP). «Ich hätte nicht damit gerechnet, dass so viele Besucher erscheinen», sagt er. Das liege bestimmt auch an der Qualität des Angebots. «Der Fiirabigmärt bietet zudem eine gute Plattform, um sich zu präsentieren. Ich hoffe, dass das Gewerbe davon profitiert», sagt Bachmann. Er bleibt nicht der einzige Politiker am Fiirabigmärt. Seine ehemaligen Konkurrenten ums Stadtratspräsidium, Anton Kiwic (SP) und Heinz Illi (EVP), mischen sich ebenso unter die Marktbesucher.

Belayz Dilnesa bahnt sich seinen Weg durch die Menschentraube um den Grill. «Wollen Sie probieren», fragt er und zeigt auf den Teller, den er in der linken Hand hält. Darauf stehen kleine Gläser, die mit dunklem und hellem Bier gefüllt sind. An seinem Stand verkauft er glutenfreies Bier aus seiner Heimat Äthiopien. Doch nicht nur das. Äthiopischer Wein und Kaffee sowie Injera – das äthiopische Nationalgericht bestehend aus gesäuertem Fladenbrot und diversen würzigen Saucen — gibt es auch. Weit musste Dilnesa die Ware nicht schleppen. «Mein Geschäft Haleta Trading befindet sich am anderen Ende des Rapidplatzes», sagt der Chemiker, der nebenberuflich mit Produkten aus Äthiopien handelt. «Der Fiirabigmärt ist eine tolle Idee. Der Rapidplatz hat viel Potenzial. Es gibt Restaurants und Geschäfte, aber es ist einfach viel zu ruhig.» Das werde sich nun hoffentlich ändern.

Schweinchen für Italiener

Eine erste positive Bilanz zieht auch Sandra Antenori. Sie verkauft aus ihrem Streetfood-Truck Sandwiches gefüllt mit Rollschweinebraten. «Die Leute sind sehr aufgestellt und der Standort gefällt mir», sagt sie. Vor allem die italienischen Besucher seien begeistert, dass sie diese Spezialität aus Italien anbiete. Mit ihrem Porchetta-Imbiss steht sie sonst in Zürich bei der Maag-Halle oder in Oerlikon. Sie sei gespannt, ob sich beim zweiten Mal wieder so viele Besucher zeigen würden. Das ist auch eine Frage, die Organisatorin Sabine Billeter beschäftigt. «Die Herausforderung wird sein, das Niveau zu halten», sagt sie.

Ein paar Asse hat Billeter dafür schon im Ärmel. «Ich konnte René Dörig verpflichten. Er wird bald seine Rauchlachsprodukte am Fiirabigmärt verkaufen.» Und auch Tomatenzüchterin Silvia Schaaf aus Dietikon gehört bald zu den Marktfahrern. Sie wird Setzlinge diverser Tomatensorten und im Sommer auch bunte Tomaten anbieten. Für musikalische Beiträge sei an den kommenden Ausgaben ebenso schon gesorgt, sagt Billeter. «Es haben sich bereits die Stadt-Jodler Dietikon und ein DJ gemeldet.»

Nicht verpassen! Der Dietiker Fiirabigmärt auf dem Rapidplatz findet bis 31. Oktober jeden Mittwoch von 16 bis 20 Uhr statt.