Zürich
Erfolgreiche Start-ups hervorgebracht: ETH Juniors wird flügge

Die Start-up Schmiede der ETH Zürich feiert ihren 20. Geburtstag und kann auf einige, mittlerweile erwachsen gewordene Jungunternehmen anstossen.

Lina Giusto
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Das Gebäude der ETH Zürich. (Archiv)

Das Gebäude der ETH Zürich. (Archiv)

Keystone

Das Unternehmen ETH Juniors feiert 2017 seinen 20. Geburtstag. Dass die Plattform längst flügge geworden ist, belegt ein jährlicher Umsatz von einer Million Franken. Das von zehn ETH-Studenten geführte Unternehmen hat während der letzten beiden Jahrzehnte erfolgreiche Start-ups hervorgebracht.

Wie Pol Peiffer, Vizepräsident von ETH Juniors, auf Anfrage sagt, gehören dazu etwa die App für Städtetouren Getyourguide, die App Beekeeper, welche Mitarbeiter über eine Kommunikationsplattform enger mit ihrer Firma verbindet oder Careship, eine Plattform, die pflegebedürftige Menschen mit Pflegern in Verbindung bringt. All diese Firmen wurden von ehemaligen ETH-Juniors-Mitgliedern mitgegründet.

Die Mitgliedschaft beim ETH-Unternehmen ermöglicht den Studierenden bereits während ihrer Ausbildung das Akquirieren von Aufträgen, das Leiten von Projekten oder Treffen mit Kunden von Grosskonzernen. Robin Bloch, Präsident von ETH Juniors, erklärt, wie die Studierenden Firmen unterstützen: «Unsere Projekte reichen von Marktanalysen, über die Durchführung von Innovationsworkshops, bis hin zur Umsetzung von Applikationen oder der Digitalisierung von Geschäftsprozessen.»

Keine Personalvermittlung

Für die Umsetzung der Projekte kann das Unternehmen auf einen Studentenpool von rund 9000 Personen zugreifen. «Wir sind nicht als klassische Personalvermittlung zu verstehen. Entweder lagern Firmen einzelne Projekte an uns aus oder aber wir selektieren geeignete Studenten für Einsätze bei den Firmen», sagt Peiffer. So arbeiteten im vergangenen Jahr etwas mehr als 50 Studenten in solchen Projekten bei mittleren und grossen Unternehmen aus dem In- und Ausland. «Insgesamt haben unsere Mitglieder im vergangenen Jahr über 6000 Arbeitsstunden geleistet», ergänzt Peiffer.

Dass die Studenten neben der Ausbildung flexibel als Freelancer arbeiten können und so erste Erfahrungen in teilweise internationalem Arbeitsumfeld sammeln können, gilt als Erfolgsrezept der ETH Juniors. Aber nicht nur: «Die Unternehmen profitieren vom fundierten Fachwissen der Studierenden und den trotzdem kostengünstigen Dienstleistungen», sagt Frank Flössel. Flössel war 1997 Mitbegründer des Unternehmens und ist heute ebenfalls selbstständig.

Ein Teil des Gewinns, den ETH Juniors aus der Vermittlung von Studierenden, respektive der Lancierung von Projekten generiert, fliesst so ganz selbstverständlich in den 2014 gegründeten J-Fonds. «Damit unterstützen wir Start-up-Ideen aus den eigenen Reihen», erklärt Peiffer.