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Er fotografiert seit sieben Jahrzehnten: René Weber wurde an einem geschichtsträchtigen Tag geboren

René Weber lebt seit 1975 in Dietikon und ist seit 30 Jahren Mitglied im hiesigen Amateur-Fotoklub.

Margret Stöcklin
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René Weber fotografiert schon seit seinem 12. Lebensjahr mit Begeisterung.

René Weber fotografiert schon seit seinem 12. Lebensjahr mit Begeisterung.

Margret Stöckling

René Weber bezeichnet sich selbst als wissbegierig, zurückhaltend und hilfsbereit. Auch sei er als Ältester von vier Kindern schon früh für seine jüngeren Geschwister verantwortlich gewesen, was sein Leben geprägt habe, wie der am 22. Juni 1941 in Zürich Geborene erklärt. «Am Tag meiner Geburt erfolgte die Kriegserklärung Deutschlands an die Russen, was in Extrablättern der gesamten Weltpresse publiziert wurde. Einige Erinnerungen aus meiner Kindheit sind mir bis heute geblieben. Dazu zählen Verdunklung, Fliegeralarm und Rationierungsmarken», erinnert sich Weber.

Seine Familie zog 1945 in ein Genossenschaftshaus im Zürcher Friesenberg. So kam es, dass er sechs Jahre die Primarschulbank im Friesenberg drückte und drei Jahre die Sek im Rebhügel besuchte. Anschliessend absolvierte er eine vierjährige Lehre als Reprofotograf im Umfeld der Langstrasse, welche er erfolgreich abschloss.

«Die tägliche Velofahrt zur Arbeit und zurück nach Hause animierte mich zu vielen Veloferien in der Schweiz. Mein Lehrlingslohn reichte gerade einmal für Übernachtungen in der Jugendherberge oder im eigenen Zelt.»

Der Fotobegeisterte pflegt sein Hobby schon seit dem 12. Lebensjahr und verarbeitete bis zur Digitalisierung vieles selber. Noch heute fotografiert er häufig ­manuell und benutzt mehrere Objektive von Weitwinkel bis Tele und Makro.

Vom Bankangestellten zum Kleinlastwagenfahrer in Birmensdorf

Nach der Lehre arbeitete Weber beim «Nebelspalter» in Rorschach. Nach seiner Heirat zog er nach Aarburg und nahm eine Stelle als Lehrlingsausbildner und Abteilungsleiter in der Region Olten an. Anschliessend arbeitete er als Leiter der Reproabteilung beim «Aargauer Tagblatt». Weitere Stellen führten ihn nach Baar, Watt und Zürich.

In Zürich war er zehn Jahre lang Bankangestellter, ehe er arbeitslos wurde. Nach langer Suche wurde er Kleinlastwagenfahrer in Birmensdorf. Er blieb bis zur Pensionierung.

Privat verschlug es den mittlerweile geschiedenen Vater von zwei Kindern anno 1975 nach Dietikon, wo er in einer neuen Beziehung lebte. Zu dieser Zeit war Dietikon noch eine Schlafgemeinde, was sich aufgrund der gestiegenen Bevölkerungszahl und des wachsenden Angebots an kulturellen und gesellschaftlichen Anlässen mittlerweile geändert hat. Weber wohnt seit 1982 alleine und hat sein Beziehungsnetz reduziert.

«Auf der negativen Seite steht allerdings das Littering, das in den letzten Jahren zugenommen hat. Auch ging die gegenseitige Achtung verloren. Alles ist sehr viel unpersönlicher und anonymer geworden. Leider!»

Nachdem er sich für den Zivilschutz und die Klassenbegleitung engagierte, gab er für den Seniorenrat noch drei Fotokurse von je sechs Kurstagen sowie Computersupport und Kurse für 60 plus in Urdorf.

Am 9. Oktober geht die Ausstellung los

René Weber ist seit 30 Jahren Mitglied im Amateur-Fotoklub Dietikon (AFD), wo er derzeit als technischer Leiter fungiert und mithilft, gemeinsame Abende, Ausflüge und alle fünf Jahre eine Ausstellung zu organisieren. Mit Vorfreude auf die Eröffnung am 9. Oktober um 14 Uhr erklärt Weber:

«Leider mussten wir unsere angedachte Ausstellung eine Woche vor Beginn absagen. Nun hoffen wir, unsere überfällige Schau zum vorjährigen 95. Geburtstag vom AFD vom 9. bis zum 17. Oktober durchführen zu können. Am 8. Oktober werden wir alles einrichten, die Wände aufstellen, die Beleuchtung in­stallieren, Bilder aufhängen und vieles mehr.»

Besonders stolz ist er darauf, dass Stadtpräsident Roger Bachmann (SVP) die Vernissage mit einer Ansprache bereichern wird. Alle Mitglieder tragen übrigens T-Shirts mit Aufschrift und Signet, damit man sie besser erkennen und ansprechen kann. Digitale Diaschauen werden auf einem Grossbildschirm gezeigt. Details zur Ausstellung und weiteren Anlässen erfährt man unter www.fotoclub-afd.ch.

Der 80-jährige Weber wird natürlich auch selbst interessante Exponate beisteuern, die auf Tagestouren in der Schweiz entstanden sind, wo Zoos, Wildparks sowie Biotope seine Ziele waren. Weitere Fotos stammen unter anderem aus der Provence, der Normandie, der Bretagne und aus Island und Spanien. «Mit viel Sparwillen ist es mir gelungen, einige Kleingruppenreisen zu buchen, aus welchen wunderschöne Bilder resultieren», freut sich Weber.

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