Goldküsten-Mord
Er tötete einen Freund im Drogenrausch: Küsnachter Galeristensohn zu 12,5 Jahren Gefängnis verurteilt

Das Bezirksgericht Meilen hat am Mittwoch den heute 32-jährigen Galeristensohn, der 2014 im Drogenrausch einen Freund erschlug, wegen vorsätzlicher Tötung, Vergewaltigung und weiterer Delikte zu zwölfeinhalb Jahren Freiheitsstrafe verurteilt.

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Die genauen Umstände der Tatnacht sind weiterhin unklar. Der 32-jährige Galeristensohn muss 12.5 Jahre hinter Gitter.

Die genauen Umstände der Tatnacht sind weiterhin unklar. Der 32-jährige Galeristensohn muss 12.5 Jahre hinter Gitter.

Robert Honegger

Das Bezirksgericht Meilen hat am Mittwoch den heute 32-jährigen Galeristensohn, der 2014 im Drogenrausch einen Freund erschlug, wegen vorsätzlicher Tötung, Vergewaltigung und weiterer Delikte zu zwölfeinhalb Jahren Freiheitsstrafe verurteilt.

Das Gericht sah es als erwiesen an, dass der Beschuldigte sowohl den Kollegen aus England vorsätzlich getötet, als auch seine Ex-Freundin vergewaltigt hat.

Das Tötungsdelikt bezeichnete der Richter als grausam und gewalttätig. Das Opfer der massiven Gewalteinwirkung sei ein langjähriger guter Freund des Beschuldigten gewesen. Das Motiv liesse sich nicht rekonstruieren, befand das Gericht.

Verminderte Schuldfähigkeit

Den Aussagen, der Beschuldigte habe das Opfer als grünen Alien wahrgenommen, vor dem es sich fürchtete, schenkte das Gericht keinen glauben: Zu allgemein und zu wenig detailliert seien die Schilderungen gewesen.

Zudem habe der Beschuldigte erst zehn Monate nach der Tat von dieser Wahrnehmung berichtet. Bei der Strafzumessung berücksichtigte das Gericht aber eine verminderte Schuldfähigkeit im Drogenrausch.

Den Schilderungen der Ex-Freundin des Beschuldigten bezüglich der Vergewaltigungsvorwürfe glaubte das Gericht. Die Ausführungen der Frau seien detailliert. Der Beschuldigte habe sich rabiat und gefühlskalt verhalten und sich der Vergewaltigung und der mehrfachen teilweise sexuellen Nötigung schuldig gemacht.

Wegen der Drogenabhängigkeit des Beschuldigten verordnete das Gericht eine ambulante Massnahme, die während des Absitzens der Freiheitsstrafe zu besuchen sei.

Niedergeschlagen und erwürgt

Die genauen Umstände der Tat, die sich am 30. Dezember 2014 ereignet hatte, sind unklar. Der heute 32-jährige Mann aus einer Kunsthändlerfamilie und ein damals 23-jähriger Kollege aus England befanden sich alleine in der Villa der Familie in Küsnacht.

Über die genauen Geschehnisse schwieg der Beschuldigte. Sicher ist nur: Der Galeristensohn, der auch eine eigene Kunsthandlung führte, tötete im Drogenrausch den englischen Studienkollegen brutal. Er schlug ihn mit einem Kerzenständer und einer Skulptur nieder und erwürgte ihn.