Entwicklungsplan 2050
Für bedrohte Tierarten: Zoo Zürich verstärkt den Artenschutz mit neuem Zentrum «Ornis»

Der Zoo Zürich erreicht ein Etappenziel im Hinblick auf den Entwicklungsplan 2050. Die Fertigstellung des Artenschutzzentrums «Ornis» schafft die benötigte Infrastruktur für die Erhaltungszucht bedrohter Tierarten.

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Eine der drei Zuchtanlagen – die Grösste – wurde im November 2021 fertiggestellt.

Eine der drei Zuchtanlagen – die Grösste – wurde im November 2021 fertiggestellt.

L3P Architekten

Das Engagement für den Artenschutz wird im Zoo Zürich nun weiter verstärkt. Wie im Entwicklungsplan 2050 festgehalten, wird mit dem Schutzzentrum «Ornis» auf dem Betriebsgelände des Zoos, eine neue Infrastruktur für bedrohte Tiere geschaffen. In der Summe entstehen drei Zuchtanlagen. Die Grösste davon ging nach Fertigstellung bereits im November 2021 in Betrieb, wie der Zoo in einer Mitteilung schreibt. Für Besucherinnen und Besucher sind diese jedoch nicht zugänglich.

Die moderne Anlage bietet die Möglichkeit, unterschiedliche klimatische Bedingungen zu erzeugen. Die Räumlichkeiten in der Erhaltungszucht werden dementsprechend an die Bedürfnisse der Tierarten angepasst. Bis zur Optimierung der Abläufe und der ersten Zuchterfolge, hat jedoch nur den Tieren vertrautes und geschultes Personal Zutritt zu der Anlage. Denn besondere hygienische Vorschriften sind zu beachten.

Das Artenschutzzentrum bietet unter anderem unterschiedlichen Vogelarten ein Zuhause. Auch Flugvolieren für die Jungvögel wurden integriert.
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Die Flugvolieren sind mit Bäumen ausgestattet.
Der Dottertukan ist einer der ersten neuen Bewohner des Artenschutzzentrums.
Die Dachfenster der Gebäude können auch geöffnet werden.
In der Küche wird das Futter vorbereitet.
Insgesamt wird der Komplex aus drei Zuchtanlagen bestehen.

Das Artenschutzzentrum bietet unter anderem unterschiedlichen Vogelarten ein Zuhause. Auch Flugvolieren für die Jungvögel wurden integriert.

L3P Architekten

Erhaltungszucht soll natürlichen Bestände stärken

Das Projekt soll dazu dienen, auch andere Institutionen mit Fachwissen zur Erhaltungszucht unterstützen zu können. Die Nachzuchten stellen sogenannte Reservepopulationen innerhalb der europäischen Erhaltungszuchtprogramme dar und werden höchstwahrscheinlich ausgewildert.

Das Artenschutzzentrum «Ornis» erweitert die Kapazitäten für die Erhaltungszucht ausschlaggebend und bietet unter anderem Vogelarten wie dem Dottertukan, Montserrat-Trupial und dem Kapuzeneisig eine Heimat. Im Verlauf der kommenden Monate und Jahre sollen weitere bedrohte Tierarten einziehen.

Das Artenschutzzentrum «Ornis» wird insgesamt aus drei verschiedenen Zuchtanlagen bestehen.

Zoo Zürich/ Nicole Schnyder

Auch in anderen Artenschutzprojekten zeigt der Zoo Engagement

Bereits seit vielen Jahren züchtet der Zoo Zürich bedrohte Tierarten nach. Zum Beispiel konnten 2021 Jungvögel der Waldrappen nach Spanien geschickt werden. Darüber hinaus wurde im vergangenen Oktober ein neues Auswilderungsprojekt angestossen. Künftig wildert der Zoo Nachzuchten der drei aufgenommenen Habichtskäuze nach Österreich aus. Dies sei ein weiterer Schritt, um natürliche Populationen zu stärken und das langfristige Überleben der Tierart zu sichern.

Die Habichtskäuze sind schon Mitte des 20. Jahrhunderts in Deutschland und Österreich ausgestorben. Seit 2009 kann sich die Population aufgrund unterschiedlicher Auswilderungsprojekte und Aufzuchtprogramme in Zoos erholen. Naturbruten sind wieder zu beobachten. (ld.)

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