Zürcher Kantonsrat

Entschuldigte Absenzen sollen nicht mehr im Zeugnis erscheinen

Absenzen sollen nicht mehr automatisch im Zeugnis erscheinen

Absenzen sollen nicht mehr automatisch im Zeugnis erscheinen

Entschuldigte Absenzen sollen künftig wieder aus dem Schulzeugnis verbannt werden. Der Kantonsrat hat am Montag eine Parlamentarische Initiative von CVP und SP mit 62 Stimmen knapp vorläufig unterstüzt, welche die seit 2010 geltende Regelung aus dem Volksschulgesetz kippen will.

Der Bildungsrat hatte die Regelung auf das Schuljahr 2010/2011 wieder eingeführt - mehr als 20 Jahre nach der Abschaffung. Seither werden sowohl die entschuldigten als auch die unentschuldigten Absenzen auf Sekundarschulstufe wieder im Zeugnis vermerkt. Auch der Kantonsrat hatte sich 2009 für diese Praxis ausgesprochen.

Für die Initianten gehören die entschuldigten Absenzen jedoch nicht ins Zeugnis. Damit würden auch Schülerinnen und Schüler bestraft, die «völlig unverschuldet» im Unterricht fehlten, heisst es in der Begründung zum Vorstoss, etwa im Falle von Krankheit oder bei einem Unfall. «Es gibt durchaus Gründe, weshalb ein Schüler dem Unterricht fernbleibt», sagte Karin Maeder-Zuberbühler (SP, Rüti).

Nach Meinung der Initianten könnten diese Einträge aber auch bei der Lehrstellensuche hinderlich sein. «Die Neuregelung schiesst über das Ziel hinaus» stellte Corinne Thomet-Bürki (CVP, Kloten) fest. Gegen den Entscheid des Bildungsrates werde sie sich deshalb mit allen Mitteln zur Wehr setzen.

Für mehr Eigenverantwortung

Im Zeugnis würden keine einzelnen Lektionen, sondern nur Halbtage vermerkt, hielt Werner Scherrer (FDP, Bülach) dagegen. Auch die Grünliberalen hielten nichts von dem Vorstoss. So plädierte Andreas Erdin (Wetzikon) «für mehr Eigenverantwortung» der Schülerinnen und Schüler. Zudem sei es unklug, die erst vor einem Jahr eingeführte Massnahme wieder rückgängig zu machen.

Stefan Dollenmeier (EDU, Rüti) bezeichnete den Vorstoss als «unerhörte Zwängerei». Echte Krankheiten und Absenzen könnten problemlos erklärt werden, betonte er. In solchen Fällen müsse auch niemand mit Nachteilen rechnen.

Da nebst CVP und SP auch Teile der Grünen und der EVP den Vorstoss unterstützten, kamen schliesslich doch 62 Stimmen zusammen, zwei mehr als für die vorläufige Unterstützung nötig waren. Nun wird sich die vorberatende Kommission mit der Vorlage zu befassen haben.

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