Vermutet wurde ein Friedhof, der auf 1380 zurückdatiert wird, eine Zeit in der Juden nach Pogromen wieder nach Zürich zurückkehren durften. Die Gräber hätten sich in einer Tiefe von 5 bis 7 Meter unter dem Boden befinden sollen.

Im vergangenen Winter demonstrierten deshalb über hundert Rabbis vor dem Schweizer Generalkonsulat in New York. Dabei waren auch Vertreter der Organisation "Asra Kadisha", die sich seit bald 50 Jahren für die Bewahrung jüdischer Friedhöfe einsetzt.

Sie argumentierten, dass Gräber nach streng jüdischem Glauben nicht umgebettet werden dürften. Vertreter der Stadt sowie regionale jüdische Vertreter waren aber der Meinung, dass eine "respektvolle Umbettung" durchaus möglich sei.

Reste aus der Pfahlbauer-Zeit

Die ganze Aufregung war offenbar umsonst: Wie die Stadt am Mittwoch mitteilte, wurden in der Baugrube keine Überreste eines Friedhofes gefunden. Es gebe auch keine archäologischen Hinweise darauf.

Gefunden wurden stattdessen Keramikstücke aus der Zeit der Pfahlbauer sowie Überreste einer barocken Befestigungsanlage aus dem 17. Jahrhundert. Freigelegt wurden zudem Fundamente von Wachhäuschen, Bodenpflästerungen sowie Reste des Wolfbach-Bassins aus dem 19. Jahrhundert.

Der Aushub für den Erweiterungsbau ist mittlerweile fast beendet. Rund 60'000 Kubikmeter Erde wurden herausgeholt. Weil zwei Geschosse des neuen Kunsthaus-Baus unterirdisch sind, musste bis zu vierzehn Meter tief gegraben werden.