An der Zürcher Volksschule gilt das Prinzip der Integration: Statt in kleinen Sonderklassen sollen möglichst alle Schülerinnen und Schüler in den Regelklassen unterrichtet werden.

Damit sei die Volksschule 2005 umgekrempelt, ja richtiggehend umgepflügt worden, sagte Christoph Ziegler (GLP, Elgg). Das Postulat verlange nun, dass mehr als zehn Jahre danach eine Bilanz über die Sonderpädagogik erstellt werde. "Ist das zu viel verlangt?", fragte Ziegler rhetorisch.

Denn der Regierungsrat wollte den Vorstoss nicht entgegennehmen. Bildungsdirektorin Silvia Steiner (CVP) verwies auf verschiedene frühere Studien, wonach die Lernfortschritte schulleistungsschwacher Kinder bei integrativer Schulung deutlich besser seien als in einer besonderen Klasse.

Eine neue unabhängige Studie wäre unverhältnismässig, meinte Steiner. "Es kann nicht davon ausgegangen werden, dass neue Resultate herauskommen."

Mit 123 zu 46 Stimmen hat sich der Kantonsrat dennoch klar für die Überweisung des Postulates ausgesprochen. Es sei an der Zeit, die integrative Schulung unter die Lupe zu nehmen, meinte unter anderen Karin Fehr Thoma (Grüne, Uster). Die investierten Mittel würden dies rechtfertigen.

Die Kritik im Kantonsrat richtete sich nicht grundsätzlich gegen die integrative Schulung an sich. Christoph Ziegler sagte, dass "das System optimiert" werden soll.

Von einer "Weiterentwicklung" sprach Sabine Wettstein (FDP, Uster). "Wir sind nicht gegen die Integration, aber gegen deren Umfang", sagte Hanspeter Hugentobler (EVP, Pfäffikon). Denn mit ihrer "immer absoluteren Umsetzung" werde sie zur Dauerbelastung der Volksschule.

Der Regierungsrat hat nun zwei Jahre Zeit, einen Bericht zu erarbeiten.