Energiekrise
Regierung sieht «leichte Entspannung» in der Energiekrise

Der Zürcher Regierungsrat sieht bei der Energiekrise eine «leichte Entspannung»: So habe sich die Lage etwa beim Gas merklich entspannt. Wegen des warmen Oktobers sind die Speicher noch randvoll.

Drucken
Vor allem das warme Oktoberwetter hat zur vorläufigen Entspannung der Energiesituation geführt. (Archivbild)

Vor allem das warme Oktoberwetter hat zur vorläufigen Entspannung der Energiesituation geführt. (Archivbild)

Walter Bieri / Keystone

Grund für den niedrigen Gasverbrauch ist der warme Oktober, der als wärmster seit Messbeginn in die Geschichte eingeht. Sollte der Winter jedoch kalt werden, könnte es trotzdem noch zu Problemen kommen, wie Baudirektor Martin Neukom (Grüne) am Dienstag vor den Medien sagte. Und auch im nächsten Winter sei noch mit einer angespannten Lage zu rechnen.

Auch beim Strom gab es bisher keine Knappheit. Die Produktion, die wegfiel, in erster Linie wegen der Abschaltung der französischen AKW, konnte bisher kompensiert werden – zu einem ordentlichen Teil durch Wind und Solar, wie Neukom sagte.

Energie sparen lohnt sich

Die Entwicklung der Strompreise verlief turbulent und sie befinden sich immer noch auf einem hohen Niveau. Energie sparen lohnt sich laut Neukom nicht nur wegen des Klimas, sondern auch finanziell. Mit guten Beispiel geht der Kanton bereits voran, so hat er unter anderem die Raumtemperatur in seinen Gebäuden auf 20 Grad gesenkt und die Beleuchtung reduziert. Weitere Massnahmen werden geprüft.

Wie gross die Wirkung bislang ist, konnte Neukom noch nicht sagen. So sei im Oktober 2022 viel weniger Strom verbraucht worden als im Vorjahr, zuverlässige Aussagen könne er aber noch keine machen.

Nur wenige Unternehmen stark betroffen

Welche Auswirkungen die Energiekrise auf die Unternehmen hat und wie stark betroffen sie von den hohen Preisen sind, hat eine Umfrage näher beleuchtet. 404 Unternehmen nahmen daran teil.

Davon stehe nur ein sehr kleiner Teil von 20 Unternehmen vor substanziellen Schwierigkeiten, sagte Volkswirtschaftsdirektorin Carmen Walker Späh (FDP). Dies seien alles Grossverbraucher, die sich auf dem freien Markt eindeckten. Viele Grossverbraucher seien jedoch in der Grundversorgung geblieben und da seien die Preise nur moderat gestiegen.

Ausserdem seien auch 22 Unternehmen in der Bredouille, die in der Grundversorgung seien. Der Grund dafür sei nicht bekannt. Trotz der gestiegenen Energiepreise brumme die Zürcher Wirtschaft und die Geschäftslage sei robust, sagte Walker Späh.

Individuelle Lösungen statt breites Hilfspaket

Für die Unternehmen, die in Bedrängnis seien, brauche es individuelle Lösungen. Anders als bei der Coronapandemie sei die Betroffenheit von Unternehmen zu klein für ein breites Hilfspaket.

Anders sehe dies aus bei einer Energiemangellage, so die Volkswirtschaftsdirektorin. Dann wären nicht einige wenige sondern ganz viele oder gar alle Unternehmen betroffen. Dies würde dann eine staatliche Entschädigung rechtfertigen. Ein zentrales Hilfselement sei dann auch die Kurzarbeit, die sich als Instrument in der Coronapandemie bewährt habe. (sda)