Energie
Mit gutem Beispiel voran: Kanton Zürich will eigenen Stromverbrauch um 10 Prozent senken

Der Kanton Zürich wappnet sich für einen drohenden Energiemangel im Winter. Mit verschiedenen Massnahmen soll der Energieverbrauch in der Verwaltung gesenkt werden.

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Mit Kippschaltern lässt sich in unbenutzten Büros eine Menge Strom einsparen. Dieses Sparpotenzial möchte nun auch die kantonale Verwaltung nutzen.

Mit Kippschaltern lässt sich in unbenutzten Büros eine Menge Strom einsparen. Dieses Sparpotenzial möchte nun auch die kantonale Verwaltung nutzen.

Symbolbild: Peter Klaunzer / KEYSTONE

In den Büros der kantonalen Verwaltung soll beim Heizen ein Richtwert von 20 Grad gelten, wie Energiedirektor Martin Neukom (Grüne) am Dienstag vor den Medien sagte. Beim Strom werde eine Einsparung von rund 10 Prozent angestrebt. Zudem verfüge der Kanton über mehr als 20 Zweitstoffanlagen, die von Gas auf Diesel umgestellt werden könnten. Dort werde zur Zeit geprüft, welche Anlagen umgestellt werden sollen.

«Der Kanton als Institution hat einen Anteil von rund 0,6 Prozent des gesamten Stromverbrauchs im Kanton»,

sagte Neukom. Der Hebel sei also nicht wahnsinnig gross, aber trotzdem wolle man mit gutem Beispiel vorangehen.

So hat zum Beispiel eine Auswertung von drei grossen kantonalen Verwaltungsgebäuden gezeigt, dass der Stromverbrauch dort nachts und an den Wochenenden immer noch halb so hoch sei wie tagsüber, wenn in den Büros gearbeitet wird. «Wir vermuten, dass ein grosser Teil davon auf den Standby-Verbrauch von Geräten zurückzuführen ist», sagte Neukom. Das Problem könne man mit einfachen Kippschaltern lösen. Das sei eine Massnahme, die auch zuhause gut umsetzbar sei.

Strassenlaternen leuchten vorläufig uneingeschränkt

Vorläufig nicht umsetzen will der Kanton laut Neukom eine Abschaltung sämtlicher Strassenlaternen ab einer bestimmten Uhrzeit. «Stattdessen prüfen wir nun differenzierter, wo genau eine Abschaltung ohne Probleme machbar wäre», sagte Neukom. Weiter verwies er auf die umfangreichen Vorbereitungsarbeiten für verschiedene Szenarien, die im bevorstehenden Winter eintreten können.

Im Extremfall kommt es dabei zu einer kontrollierten, gebietsweisen Abschaltung der Stromversorgung, die jeweils einige Stunden dauert. «Die Pläne dafür liegen grundsätzlich bereit, aber es ist diejenige Massnahme, die wir wirklich vermeiden müssen», sagte Daniel Bucher, Leiter Geschäftsbereich Netz bei den Elektrizitätswerken des Kantons Zürich (EKZ). Bevor es so weit kommen würde, sehen die vom Bund festgelegten Pläne verschiedene andere, weniger einschneidende Massnahmen vor, in deren Umsetzung die Kantone, beziehungsweise die Stromversorger, involviert wären.

Auch die Gemeinden wären an der Umsetzung zahlreicher Massnahmen beteiligt und bereiten sich darauf vor. «Wichtig ist, dass die Gemeinden sich untereinander absprechen, damit es zu keinem Wildwuchs von Regelungen kommt», sagte Jörg Kündig, Gemeindepräsident von Gossau und Präsident des Verbands der Gemeindepräsidien im Kanton Zürich. (sda)