Zürich
Elterngespräch verweigert: 51-jähriger Vater erhält 300 Franken Busse

Ein 51-jähriger Vater verweigerte ein Elterngespräch mit der Schulverwaltung – aus guten Gründen wie er sagt. Am Dienstag wurde der Fall im Bezirksgericht Bülach behandelt.

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Ein Vater erhielt eine Busse, weil er nicht ans Elterngespräch mit der Schulverwaltung erschienen ist. Nun wurde der Fall am Dienstag vor Gericht behandelt. (Archivbild)

Ein Vater erhielt eine Busse, weil er nicht ans Elterngespräch mit der Schulverwaltung erschienen ist. Nun wurde der Fall am Dienstag vor Gericht behandelt. (Archivbild)

Keystone

Alfredo Stüssi ist nicht zum obligatorischen Elterngespräch am 19. September 2017 im Stadthaus Kloten erschienen, wie der «Tagesanzeiger» berichtet. Bereits elf Tage zuvor, hat er der Schule schriftlich mitgeteilt, dass er nicht erscheinen werde. Drei Monate später - kurz vor Weihnachten - erhielt Stüssi vom Statthalteramt einen Strafbefehl und eine Busse von 300 Franken und Gebühren von 515 Franken.

Was meint das Gesetz dazu?

Ist das erlaubt? Ja. Die Sache ist im Grunde genommen ganz einfach, schreibt die Zeitung weiter. In Paragraf 56 des Zürcher Volksschulgesetzes steht: «In besonderen Fällen kann die Schulleitung oder die Schulpflege den Besuch einzelner Elternveranstaltungen für obligatorisch erklären.» Und in Paragraf 76 heisst es: «Wer vorsätzlich gegen Paragraf 56 verstösst, kann auf Antrag der Schulpflege mit Busse bis zu 5'000 Franken bestraft werden.»

Machtspiel der Schulbehörde

Doch der 51-Jährige sieht die Angelegenheit als «ein Racheakt der Schulbehörde von Kloten» und zog den Fall ans Bezirksgericht Bülach, wo er am Dienstag aussagen musste. Denn vor einem Jahr hatte ein Lehrer seinem Sohn eine Ohrfeige gegeben. Stüssi, Präsident der Männerpartei Schweiz, zeigte die Lehrperson an. Auf die Strafanzeige folgte der Strafbefehl, wobei der Lehrer eine Busse von 100 Franken erhielt. Ein Strafverfahren gegen eine weitere Lehrperson wurde eingestellt.

Die weitere Geschichte mit dem Duschraum

Doch wie die Zeitung weiter berichtet, war dieser Vorfall nicht alles. An der Schule soll eine Lehrerin mehrmals den Umkleide- und Duschraum betreten haben, während die Jungs, die damals kurz vor dem Übertritt von der vierten in die fünfte Klasse waren, sich darin aufhielten.

Da Stüssi im vergangenen Jahr im Elternrat dieser Schule war, informierte er umgehend die Eltern der Jungen. Ausserdem verlangte er von der Schule eine Stellungsnahme, doch bis heute sei nichts passiert, wie Stüssi vor dem Gericht aussagte. Aus diesem Grund ist er auch nicht zum Elterngespräch erschienen. Er habe sich für seine Rechte und die Rechte der Eltern der betroffenen Kinder eingesetzt und sei unschuldig.

Stüssi gibt nicht auf

Die Einzelrichterin bestätigte den Schuldspruch des Strafbefehls und reduzierte die Busse auf 200 Franken und die Gebühren auf 430 Franken. Dafür kommen 600 Franken Gerichtskosten neu dazu, teilt die Zeitung weiter mit. Stüssi kann nicht verstehen, dass der Lehrer, der seinen Sohn ohrfeigte, mit einer Busse von 100 Franken davonkommt, während er eine Busse von 200 Franken erhält. Der Sache mit der Lehrerin im Duschraum der Jungen will er jetzt erst recht nachgehen, berichtet der «Tagesanzeiger» weiter.