Ein schwerstbehinderter Junge aus Neerach braucht aufwendige Therapien und eine fortlaufende Überwachung. Die Eltern können den Dreijährigen deshalb nicht zuhause betreuen, das Kind muss in ein Heim. Nun soll gerichtlich geklärt werden, wer für die dafür entstehenden Kosten aufkommen muss, wie der "Tages-Anzeiger" berichtet.

Die Gemeinde ist der Ansicht, dass die Eltern die über 8000 Franken pro Monat zu tragen haben. Die Eltern wehrten sich, verlangten ein Gespräch. Auf einen Termin warten sie aber bis heute. Inzwischen haben die Eltern Rekurs eingelegt.

Übergangsregelung nicht so gedacht

Neerach argumentiert mit einer Übergangsregelung im Heimgesetz, die Anfang Jahr in Kraft trat. Demnach seien die Eltern bei Heimplatzierungen kostenplichtig. Zudem könne sich das Paar die 8000 Franken monatlich leisten, da ihr Resteinkommen dann immer noch über dem Existenzminimum liege.

Im Kantonsrat und beim Amt für Jugend und Berufsberatung sorgte der Entscheid der Gemeinde für Unverständnis. Die Übergangsregelung sei nicht so gedacht gewesen. Im Gegenteil, man wolle, dass Eltern nicht mehr für Heimkosten aufkommen müssten. So steht es auch im neuen Heimgesetz. Dieses wird im Jahr 2021 in Kraft treten. Spätestens im Sommer 2019 wird Neerach die Heimkosten jedoch sowieso übernehmen müssen. Dann wird der Junge nämlich schulpflichtig und die Schule für das Tragen der Kosten verantwortlich.