Zürcher Bezirksgericht

Elektriker und Hauswart erhalten bedingte Strafe für Betrug an der Stadt Zürich

(Symbolbild)

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Ein langjähriger Hauswart der Stadt Zürich hat mit einem Elektrounternehmer mittels erfundener Arbeitsleistungen die Stadt um knapp 173'000 Franken betrogen. Das Bezirksgericht Zürich verurteilte das geständige Duo zu bedingten Freiheitsstrafen.

Ein langjähriger Hauswart der Stadt Zürich hat zusammen mit einem Elektrounternehmer mittels erfundener Arbeitsleistungen die Stadt um knapp 173'000 Franken betrogen. Das Bezirksgericht Zürich verurteilte das geständige Duo zu bedingten Freiheitsstrafen.

Der heute 63-jährige Ex-Hauswart wurde wegen Betrugs, ungetreuer Amtsführung und Pornografie zu 15 Monaten bedingt verurteilt. Der 38-jährige Geschäftsführer kassierte wegen gewerbsmässigen Betrugs und Gehilfenschaft zu ungetreuer Amtsführung 18 Monate bedingt.

Beide erhielten zudem bedingte Geldstrafen und Bussen. Der Elektro-Fachmann wurde verpflichtet, dem Staat 99'000 Franken abzuliefern. Beide Verurteilten müssen überdies für den der Stadt Zürich entstandenen Schaden aufkommen und die Verfahrenskosten zahlen.

Die Anklage war nicht bestritten, der Strafprozess erfolgte im abgekürzten Verfahren. Die beiden Beschuldigten hatten ab Herbst 2008 über zwei Jahre lang die Immobilienbewirtschaftung der Stadt Zürich regelmässig betrogen.

Der von der Stadt Zürich angestellte Hauswart, der für die Unterhaltsarbeiten von Stadthaus, Helmhaus und Wasserkirche zuständig war, konnte Arbeiten an Handwerker und Lieferanten vergeben. Er konnte Rechnungen bis zu 5000 Franken bezahlen lassen, ohne sie dem Vorgesetzten vorlegen zu müssen.

52 Rechnungen für nicht erbrachte Leistungen

Der Elektro-Fachmann stellte zwischen Oktober 2008 und Dezember 2010 179 Rechnungen mit einem Umsatzvolumen von über einer Million Franken. In 52 Fällen verrechnete er nicht erbrachte Leistungen. Diese Rechnungen hatten gemäss Staatsanwaltschaft unwahren oder frei erfundenen Inhalt.

Der Geschäftsführer des Elektrounternehmens bereicherte sich mit mindestens 172'800 Franken. Dem Hauswart leistete er im Gegenzug zahlreiche kostenlose Freundschaftsdienste.

Aufgeflogen ist der Fall im Frühjahr 2011 nach einer internen Kontrolle. Der Hauswart kam für 29 Tage in Untersuchungshaft und legte ein umfassendes Geständnis ab.

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