Zoo Zürich
Elefantenkind Omysha zieht die Zoo-Besucher in Scharen an

Bis zu 7000 Menschen besuchen den Zoo Zürich derzeit täglich. Alle wollen sie das zwei Monate alte Jungtier sehen, das gerade lernt, mit dem eigenen Rüssel klarzukommen.

Anina Gepp
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Von verschiedenen Standpunkten aus können die Elefanten beobachtet werden
7 Bilder
Omysha geht mit ihrer Mutter und Schwester auf Erkundungstour
Omysha mit ihrer Mutter und Schwester
Publikumsmagnet Omysha ist gut behütet von ihrer Mutter und den beiden Tanten.
Aus Löchern im Felsen müssen die Elefanten sich ihr Essen selbst besorgen
Elefantenkind Omysha
Gabi Lardi besichtigt die Elefanten mit ihrem 11-jährigen Sohn Julien, der gerne Fotograf werden möchte.

Von verschiedenen Standpunkten aus können die Elefanten beobachtet werden

Anina Gepp

Neugierig stapft die knapp zwei Monate alte Omysha durch den Elefantenpark «Kaeng Krachan» im Zoo Zürich. Im neuen Gehege der Dickhäuter gibt es für das Jungtier allerlei zu entdecken: Mit ihrem kleinen Rüssel greift Omysha nach Ästen, wühlt in den Futterlöchern der ausgewachsenen Elefanten und überquert den kleinen Fluss, der durch die Anlage fliesst. Mutter Indi behält ihr Kalb dabei stets im Auge und auch Tante Druk – die Leitkuh der Herde – übernimmt einen grossen Teil der Aufsicht.

Beliebtestes Fotosujet

Die Elefanten im Zoo Zürich sind seit der Neueröffnung des 11 000 Quadratmeter grossen Elefantenparks im Juni dieses Jahres und der Geburt von Omysha, der Publikumsmagnet schlechthin. 5000 bis 7000 Besucher täglich finden während der Ferienzeit in den Zoo. Alle wollen sie einen Blick auf die Elefantenfamilie erhaschen und die Tiere in allen möglichen Variationen fotografieren. Sei es beim Fressen, beim Bad im Wasser oder einem gemächlichen Spaziergang durch die Anlage – die Elefantenherde wird auf Schritt und Tritt verfolgt. Die kleinsten Besucher werden dafür auf die Schultern ihrer Väter genommen, damit sie über die Menschenmasse rund um die Anlage hinwegsehen können.

Omysha lernt fortan

«Omysha weiss ihren Rüssel immer geschickter einzusetzen. Zu Beginn wusste sie nicht, was sie mit dem Ding in ihrem Gesicht anstellen sollte.»

Robert Zingg, Senior-Kurator

Die Elefanten scheint der Trubel um sie herum nicht zu stören. Nur wenige Meter trennen die tonnenschweren Tiere teilweise von den Besuchern. Es scheint, als wären sie stolz, ihr Jungtier zu präsentieren. Omysha ist auch mit Abstand das beliebteste Fotosujet. Die Zoo-Besucher kommentieren jede Aktion des kleinen Elefanten mit einem «Jö» oder «Ai, lueg wie herzig». Omysha rennt durch die Anlage, balanciert über Felsen und trinkt zur Stärkung alle paar Minuten einen Schluck Milch bei Mutter Indi. Das tut sie übrigens mit dem Maul und nicht über den Rüssel.

Robert Zingg, Senior-Kurator des Zoo Zürich betreibt einen Facebook-Blog über die Elefanten und weiss bestens Bescheid, was im Elefantenpark gerade vor sich geht. «Omysha weiss ihren Rüssel immer geschickter einzusetzen. Zu Beginn wusste sie nicht, was sie mit dem Ding in ihrem Gesicht anstellen sollte. Ich hatte das Gefühl, es gebe bald einen Knoten rein», sagt er.

Die Herde beschützt das Jungtier

Das Elefantenkind geniesse sehr viele soziale Freiheiten. Omysha habe nebst ihrer Mutter verschiedene Tanten, die auf sie aufpassten, so Zingg. «Einmal wollte sie sich in zu tiefes Wasser wagen. Sofort waren die erwachsenen Elefanten und stelle und fischten Omysha wieder raus.» Die Gruppe sei sehr protektiv, wenn es um das Wohlergehen des Jungtiers gehe. Vater des Kalbes ist der Bulle Maxi. Er ist mittlerweile 45 Jahre alt und wiegt stolze 5450 Kilogramm. Er lebt ausserhalb des Besucherbereiches und hat sein eigenes Revier, das flexibel ausgestaltet werden kann. So können die Bullen neu auch im Innenbereich zu den Kühen gelassen werden.

Kurz nach zwölf Uhr mittags nimmt der Andrang rund um den Kaeng Krachan allmählich ab. Die Besucher verpflegen sich an einem der Imbissstände. Gabi Lardi ist mit ihrem 11-jährigen Sohn Julien absichtlich zur Mittagszeit in den Zoo gereist. «So können wir die Elefanten in Ruhe beobachten», so Lardi. Julien hat für den Besuch der Dickhäuter extra seine eigene Kamera mitgebracht. «Wenn ich einmal gross bin, will ich Fotograf oder Journalist werden.»