Der Zoo Zürich hat eine neue Hauptattraktion: Den Kaeng-Krachan-Elefantenpark. Der Innenbereich beeindruckt nur schon architektonisch. Das Dach, das mit seinen Lichtöffnungen einem Blätterdach nachempfunden ist, kommt trotz 85 Meter Spannweite ohne Tragsäulen aus.

Und die Einrichtung dürfte die Herzen der badefreudigen Dickhäuter höher schlagen lassen: Da sind insgesamt sechs Becken, in denen die Tiere schwimmen können. Eines davon bietet den Zoobesuchern die Möglichkeit, sie dabei durch eine Glasscheibe unter Wasser zu beobachten.

«Etwas Geduld braucht es, doch Elefanten gehen gerne baden», versicherte Zoo-Kurator Martin Bauert bei der Medienpräsentation. Und schon kurz darauf bot sich dem Publikum das erwünschte Spektakel: Mit geschmeidigen Bewegungen tauchte ein Elefant durchs Wasser, schien sich in Pose zu werfen, zeigte sich von hinten, von vorn und von der Seite im grünen Nass und löste ein Blitzlichtgewitter aus.

Glückliche Elefanten beim Bad im neuen Elefantenpark

Innen- und Aussenbereich der Elefantenanlage sind naturnah gestaltet mit Bäumen, Büschen, Felsen und Sandboden. Dazwischen plätschert ein Bächlein. Seidenhühner und Hirschziegenantilopen sorgen dafür, dass die Elefanten in der neuen, weitläufigen Anlage nicht nur unter ihresgleichen sind.

Und schon in den nächsten Tagen, spätestens in etwa zwei Wochen, erhält die derzeit sechsköpfige Elefantengruppe Zuwachs: Elefantenmutter Indi (28), die mit ihrer zwölfjährigen Tochter Chandra im Zoo Zürich lebt, ist hochträchtig. Die Besucher des Elefantenparks, der ab Samstag fürs Publikum geöffnet ist, werden bald erleben können, wie ein Elefantenbaby dort aufwächst.

Mehr Platz für Zürcher Dickhäuter

Mehr Platz für Zürcher Dickhäuter

Anders als bisher kommen die Elefanten in der neuen Anlage nicht mehr direkt in Kontakt mit den Tierpflegern. Die Pfleger sind durch eine Wand von den Tieren abgeschirmt. Dies soll eine freiere Entfaltung der elefantösen Sozialstrukturen ermöglichen, wie Zoo-Kurator Robert Zingg erklärte. Seit einem Jahr haben die Tiere und Pfleger die neuen Umgangsformen geübt. Und statt gefüttert zu werden, gehen die Tiere in der neuen Anlage auf Futtersuche. 40 Futterstationen sind über das ganze Gelände verteilt. «Sie fressen so deutlich weniger. Bulle Maxi hat schon ein paar hundert Kilo abgenommen, was ihm guttut», sagte Zingg.

Wie schon andere Zoogehege ist auch der Elefantenpark mit einem Hilfsprojekt im Herkunftsgebiet der Tiere verknüpft: Mit Spenden von Besuchern unterstützt der Zoo den Kaeng-Krachan-Nationalpark in Thailand.

57 Millionen Franken aus Spenden

Spenden und Legate finanzierten auch die neue Elefantenanlage. Ursprünglich auf 32 Millionen Franken veranschlagt, kostet sie nun 57 Millionen, wie Zoopräsident Martin Naville bekannt gab. Stadt und Kanton Zürich steuerten rund 4 Millionen zur Erschliessung des Areals bei.