Im März 2019 werden die Mitglieder des Kantonsrates neu gewählt: Die 180 Mandate werden auf die 18 Wahlkreise zugeteilt - seit 1990 wird dabei auf die Gesamtbevölkerung der Kreise abgestellt.

Das Verhältnis von Einwohnern zur Anzahl der Stimmberechtigten sei aber nicht kongruent und in jedem Wahlkreis anders, hatten drei Kantonsräte von SVP, FDP und EDU in einer Anfrage festgehalten. Die Wähler in einem Wahlkreis mit einer überdurchschnittlich hohen Anzahl Nichtstimmberechtigten - etwa Jugendliche oder Ausländer - scheinen so einen Vorteil zu geniessen.

Würde die Zuteilung der Sitze nicht aufgrund der Wohnbevölkerung, sondern aufgrund der Anzahl Stimmberechtigten erfolgen, hätte dies in der Tat in elf der 18 Wahlkreise Verschiebungen zur Folge, wie der Regierungsrat in seiner am Donnerstag veröffentlichten Antwort vorrechnet.

Die Zürcher Stadtkreise 11+12 würden gleich zwei ihrer zwölf Sitze verlieren. Je ein Sitz würden ginge den Bezirken Dietikon (heute 11), Bülach (18) und Dielsdorf (11) sowie den Zürcher Stadtkreisen 1+2 (5) flöten. Ein zusätzliches Mandat gäbe es hingen in Affoltern (heute 6), Meilen (12), Hinwil (11), Pfäffikon (7), Winterthur-Land (8) und Stadt Winterthur (14) zu gewinnen.

Es möge unter einer rein mathematischen Betrachtungsweise richtig sein, "dass der Stimmengewichtsgleichheit am besten entsprochen wird, wenn die Zahl der Stimmberechtigten als Berechnungsgrundlage dient", hält der Regierungsrat zwar fest.

Aber aus verfassungs- und legitimationstheoretischer Sicht scheine es mehr als angemessen, sich auf die Gesamtbevölkerung abzustützen. Denn das Parlament vertrete ja die gesamte Bevölkerung, und nicht nur die Stimmberechtigten, hält der Regierungsrat fest. Er sieht deshalb keine Veranlassung, die Berechnungsgrundlage zu ändern.