Zürich 2014 – was ruft das für Erinnerungen hervor? Es war ein Jahr der festlichen Einweihungen: Der neugestaltete Sechseläutenplatz wurde gefeiert, das SBB-Milliardenprojekt Durchmesserlinie mit dem neuen unterirdischen Bahnhof Löwenstrasse – und der Hafenkran am Limmatquai. Nicht zu vergessen auch die Einweihung der neuen Elefantenanlage im Zoo Zürich, wo die Tiere unter Wasser zu betrachten sind, falls sie gerade Lust auf ein Bad haben.

Und mit der umgestalteten Toni-Molkerei erhielten die Zürcher Hochschule der Künste und die Hochschule für angewandte Wissenschaften einen eindrücklichen Campus. Die Genossenschaft Kalkbreite schliesslich zeigte mit ihrer Neubausiedlung, dass mitten in der Stadt ein zukunftsweisender Mix von Wohnen, Arbeiten und Ausgang unter einem Dach möglich ist.

Es war auch ein Jahr der Rücktritte: Die Regierungsrätinnen Ursula Gut (FDP) und Regine Aeppli (SP) gaben bekannt, bei den Wahlen 2015 nicht mehr anzutreten, ebenso Ständerat Felix Gutzwiller (FDP). Und wenn wir schon bei Politikern sind, gilt es auch einen Newcomer im Zürcher Stadtrat zu erwähnen: Filippo Leutenegger. Der Freisinnige schaffte das Kunststück, im rot-grünen Zürich trotz seinem rechtsbürgerlichen Profil als Nachfolger von Ruth Genner (Grüne) gewählt und für die Verkehrspolitik zuständig zu werden.

Was ebenfalls bleibt, ist die Erinnerung an die Leichtathletik-Europameisterschaft Zürich 2014 – auch wenn der Zuschauerandrang im Letzigrund wegen überrissener Ticketpreise unter den Erwartungen blieb.

Und schliesslich gabs da einige aufsehenerregende Gerichtsfälle: einen Freispruch für den deutschen Komiker Karl Dall, der unter Anklage stand, in einem Zürcher Hotel eine Journalistin vergewaltigt zu haben. Und einen Freispruch für die Medizinhistorikerin Iris Ritzmann. Ihr wurde vorgeworfen, einem Journalisten Zugang zu einem unveröffentlichten Bericht verschafft zu haben, der die Affäre Mörgeli ins Rollen brachte. Schuldsprüche setzte es hingegen ab für den korrupten früheren Anlagechef der kantonalen Pensionskasse BVK und für einen Kosovaren, der seine Ehefrau und die Sozialamtschefin von Pfäffikon ermordet hatte.

Und auch die unendliche Geschichte um den Bau eines neuen Hardturmstadions fand im Jahr 2014 eine Fortsetzung: Der Zürcher Stadtrat kündigte einen Investoren-Wettbewerb an, zunächst unter derart restriktiven Vorgaben, dass alle möglichen privaten Investoren absagten. Später lockerte der Stadtrat die Vorgaben, worauf Privatinvestoren wie Swiss Prime Site und Halter AG wieder Interesse zeigten. Nächstes Jahr soll der Investoren-Wettbewerb stattfinden.