Der Kredit für dieses Erweiterungsprojekt wurde mit 165 Ja-Stimmen ohne jegliche Gegenstimmen und Enthaltungen genehmigt. Auch die zuständige Kommission hatte sich einstimmig für den Kredit ausgesprochen, wie Erich Bollinger (SVP, Rafz) sagte. "Die Begeisterung ist aber kleiner, als es die Einstimmigkeit erwarten lässt." Bollinger forderte in Zukunft eine "verlässlichere Planung".

Christan Mettler (SVP, Zürich) bezeichnete das Vorgehen als "stossend". Als "sonderbar" stuften es die Grünen ein: In Zürich-Irchel werde bereits gebaut, nun diskutiere der Kantonsrat darüber, wie viele Etagen das Gebäude haben soll, sagte Martin Neukom (Winterthur).

"Planerische Fehlleistung"

Andrew Katumba (SP, Zürich) sprach von einem eigentlichen Nachtragskredit, der im Deckmantel eines unscheinbaren Objektkredites daherkomme. "Die fünfte Bauetappe ist eine planerische Fehlleistung."

Denn den ersten Kredit für diese Bauetappe an der Universität Zürich-Irchel (UZI 5) über 195 Millionen Franken hatte der Kantonsrat erst vor fünf Jahren im Februar 2013 gesprochen. Als das Projekt dann "in wesentlichen Teilen weiterentwickelt" und die Bedürfnisse der Uni "konkreter spezifiziert" wurden, stiegen auch die Kosten an, wie die Regierung in ihrem Antrag schrieb.

Um den Kredit einzuhalten, wurde schliesslich auf den Ausbau von Laborflächen in zwei Geschossen vorläufig verzichtet. Zudem sind, wie es im Antrag weiter heisst, auch sinnvolle und für die Universität strategisch wichtige Teile des ursprünglichen Projektes weggelassen worden.

Wichtige Bestandteile umsetzen

Die Regierung erarbeitete nun das Erweiterungsprojekt: Damit soll die Möglichkeit geschaffen werden, die für die Forschungs- und Lehrtätigkeit der Universität Zürich (UZH) sowie die für die Entwicklung des Campus Irchel wichtigen Projektbestandteile umsetzen zu können.

Vorgesehen ist unter anderem, dass im Neubau des Laborgebäudes ein zusätzliches Geschoss errichtet wird und dass in den Geschossen L und M Laborflächen ausgebaut werden. "Mit dem Erweiterungsprojekt kann sehr rasch und günstig ein erheblicher Zusatznutzen umgesetzt werden", begründete die Regierung ihren Antrag. "Eine Realisierung zu einem späteren Zeitpunkt würde zu erheblichen Mehrkosten führen", führte Bildungsdirektorin Silvia Steiner (CVP) aus.

Auch wenn es zum Vorgehen und dem notwendig gewordenen Erweiterungsprojekt am Montag im Rat viele kritische Stimmen gab, passierte der Kredit dennoch im Sinne der Sache oppositionslos. Denn das Bildungsprojekt an sich sei ja unbestritten, sagten mehr Redner sinngemäss.

Der Baustart der fünften Etappe erfolgte im Sommer 2017. Das Erweiterungsprojekt wird nahtlos an diese Bauarbeiten anschliessen. Die Inbetriebnahme von UZI 5 dürfte nun ein halbes Jahr später – Mitte 2021 – erfolgen.