Sportpanorama

Einspielung der Fangesänge war eine «journalistische Fehlleistung»

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SRG-Ombudsmann Achille Casanova hat Beschwerden gegen die Berichterstattung von SRF über das Fussballderby Grasshoppers gegen den FC Zürich gutgeheissen. Im TV-Beitrag zum Zürcher Derby vom 12.Mai wurden Archiv-Fangesänge eingespielt.

Das Fernsehen hatte im «Sportpanorama» Fangesänge ab Konserve eingespielt, obwohl die Fans zu Beginn des Spiels aus Protest stumm geblieben waren.

Für Casanova ist die die Einspielung der Fangesänge «mehr als eine grobe journalistische Fehlleistung». Man habe die Zuschauer in die Irre geführt. Dies sei besonders gravierend, weil der Fan-Protest einen politischen Hintergrund gehabt habe, schreibt der Ombudsmann in seinem im Internet aufgeschalteten Bericht, über den verschiedene Medien am Mittwoch berichtet haben.

Beim Fussballspiel GC gegen den FC Zürich am 12. Mai hatten die Fans beider Mannschaften mit einer gemeinsamen Aktion gegen das Hooligan-Konkordat demonstriert. Während den ersten 10 Minuten des Spiels gab es keinen Fan-Gesang.

In der Sendung «Sportpanorama» legten jedoch die Produzenten Fan-Gesang aus dem Archiv über die Stille der Anfangsphase. Dagegen wehrten sich einige Zuschauer und beschwerten sich beim TV-Ombudsmann. «Wir haben Anrecht auf eine wahrheitsgetreue Berichterstattung», hiess es in der Beschwerde.

Fernsehen hat sich entschuldigt

Im Nachhinein entschuldigte sich die SRF-Sportredaktion und gab zu, einen Fehler gemacht zu haben. Es sei aber niemals die Absicht gewesen, die Realität nicht korrekt abzubilden, stellte Programmreferent Nök Ledergerber in seiner Stellungnahme an den Ombudsmann fest.

Im «Sportpanorama» sei bei der Bearbeitung «aus gestalterischen Gründen» der Ton beim Einmarsch der Teams korrigiert worden. In der Live-Übertragung sei jedoch «verhalten» über den Fan-Protest berichtet worden.

Mit der Entschuldigung ist es für Casanova allerdings nicht getan. Er begrüsse zwar, dass der Fall zum Anlass genommen worden sei, um die gesamte Abteilung Sport zu sensibilisieren, wie über solche Themen berichtet werden soll. «Es wäre für das Publikum von SRF sicher interessant zu erfahren, welche Schlussfolgerungen aus dieser peinlichen Panne gezogen wurden und wie künftig über solche Ereignisse berichtet werden soll», heisst es im Schlussbericht.

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