Notfalldienst
Einheitliche Telefonnummer: Zürcher Ärztefon startet am 1. Januar

Eine einheitliche Telefonnummer für nicht lebensbedrohliche medizinische Notfälle: Nach dem Ja des Zürcher Kantonsrats nimmt das Ärztefon am 1. Januar 2018 seinen Betrieb auf. Dadurch sollen die Spitäler entlastet und gleichzeitig Geld gespart werden.

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Das Ärztefon nimmt nach dem Ja des Zürcher Kantonsrat am 1. Januar 2018 seinen Betrieb auf. (Symbolbild)

Das Ärztefon nimmt nach dem Ja des Zürcher Kantonsrat am 1. Januar 2018 seinen Betrieb auf. (Symbolbild)

KEYSTONE

Damit steht der Bevölkerung des Kantons Zürich unter der Gratis-Nummer 0800 33 66 55 ab Anfang Jahr ein zentraler Service für nicht lebensbedrohliche medizinische Notfälle zur Verfügung - während 365 Tagen im Jahr rund um die Uhr.

Diese zentrale Triage ermögliche eine bedarfsgerechte, kostengünstige Notfallversorgung der Zürcher Bevölkerung, wie die Ärztegesellschaft des Kantons Zürich (AGZ) am Donnerstag mitteilte.

Dabei nehmen geschulte Fachpersonen die Anrufe entgegen und vermitteln zum im jeweiligen Fall geeigneten Dienstleister. Das kann die nächste diensthabende Praxis eines Haus- oder Kinderarztes sein, eine spezialärztliche Noftfallpraxis, eine Apotheke oder eine Zahnarztpraxis. Bei Bedarf erfolgt die ärztliche Beratung gleich auch am Telefon oder es gibt einen ärztlichen Hausbesuch.

Die Wartezeit für die Anrufe soll dabei so kurz wie möglich gehalten werden. "Wenn wir sehen, dass wir personell aufstocken müssen, dann werden wir das machen", sagte Thomas Biedermann, CEO der AGZ Support AG. Ziel sei, dass 80 Prozent der Anrufe in den ersten 30 Sekunden entgegengenommen werden.

Gesundheitskosten senken

Das Ärztefon alarmiert zudem auch die Ambulanz oder weist den Patienten an ein Spital. Die neue Nummer ersetzt aber nicht die Notfallnummer 144. "Der Patient kann in schweren und lebensbedrohlichen Fällen immer die 144 wählen", betonte Gesundheitsdirektor Thomas Heiniger (FDP) vor den Medien. Sie soll aber die Kapazität von 144 für lebensbedrohliche Fälle freihalten.

Josef Widler, Präsident der AGZ, erklärte die Vorteile des Ärztefons: "Wir können den Menschen die Angst nehmen und sie dorthin schicken, wo sie Hilfe erhalten". Und so ganz nebenbei auch Gesundheitskosten sparen. "Wir verbessern die Versorgung und sparen gleichzeitig Kosten", sagte er.

Der Zürcher Kantonsrat hat erst am vergangenen Dienstag in zweiter Lesung beschlossen, das Ärztefon einzurichten. Die Zustimmung erfolgte jedoch nicht ohne Misstöne. So sorgte beispielsweise die fehlende Ausschreibung für Kritik. Die EDU als auch die GLP haben denn auch bereits angekündigt, Parlamentarische Initiativen einzureichen, um die Vorlage "nachzubessern".

Bislang musste der Kanton diesen Notfalldienst nicht selber organisieren, denn die medizinischen Standesorganisationen der Ärzte, Zahnärzte und Apotheker konnten ihn aus eigener Kraft gewährleisten. Dies wurde jedoch zunehmend schwieriger: Immer weniger Ärzte betreiben eine eigene Hausarztpraxis, immer mehr arbeiten Teilzeit.

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