Hintergrund für die Schaffung einer einheitlichen Triagestelle sind verschiedene gesellschaftliche Entwicklungen, wie die Gesundheitsdirektion des Kantons Zürich am Donnerstag mitteilte.

Einerseits sind viele Notfalldienstleistende im Pensionsalter, jüngere Ärzte und Ärztinnen hingegen arbeiten oft Teilzeit oder lassen sich anstellen. Auf der anderen Seite verfügen immer weniger Personen über einen eigenen Hausarzt und gehen stattdessen oft direkt in den teuren Spitalnotfall.

Die Ärztegesellschaft des Kantons Zürich (AGZ), der Verband der Gemeindepräsidenten des Kantons Zürich (GPV) und die Gesundheitsdirektion haben deshalb Ende 2016 gemeinsam die Eckwerte für Neuausrichtung der Notfalldienstorganisation im Kanton festgelegt.

Ab 1. Januar 2018 soll eine Triagestelle mit einer einheitlichen Notrufnummer in Betrieb genommen werden. Die Anrufe werden dabei an die Notfalldienstleistenden wie Ärztinnen und Ärzte, Zahnärztinnen und Zahnärzte, Apothekerinnen und Apotheker oder auch an Spitäler, Spitex oder den Rettungsdienst vermittelt. So soll gewährleistet werden, dass Personen, die Notfalldienst leisten, möglichst gut ausgelastet sind.

7,3 Millionen Franken für Betrieb

Die Triagestelle unter ärztlicher Leitung soll privat betrieben werden, wie es weiter heisst. Entsprechende Verhandlungen seien weit fortgeschritten. Die Kosten für den Betrieb sollen der Kanton und die Gemeinden je zur Hälfte übernehmen.

Abhängig sind die Betriebskosten von der Anzahl der Anrufe: Bei 250'000 Anrufen im Jahr wird mit 7,3 Millionen Franken gerechnet. Dies macht für Gemeinden und den Kanton je 2,40 Franken pro Einwohner aus. Je weitere 100'000 zusätzliche Anrufe würden für die Gemeinden und den Kanton Mehrkosten von voraussichtlich 175'000 Franken jährlich entstehen.

Die Rettungsdienste werden auch nach Schaffung des Notfalldienstes eine eigene Organisation mit eigener Telefonnummer verfügen, heisst es in der Teilrevision des Gesundheitsgesetzes. Die Gesundheitsdirektion hat die geplanten Änderungen am Donnerstag in die Vernehmlassung gegeben.

Gemeindepräsidenten befürworten Konzept

Der Verband der Gemeindepräsidenten des Kantons Zürich (GPV) befürwortet das Konzept mit einer Triagestelle. Dass die Gemeinden und Städte sich finanziell daran beteiligen müssten, sei ein Wermutstropfen, der im Interesse einer guten Notfallversorgung im Kanton Zürich in Kauf genommen werde.

Weiter zeigt sich der GPV befriedigt darüber, dass die jetzt angedachte Lösung deutlich günstiger ist, als das AGZ-Tochterunternehmen AGZ Support AG im Jahr 2016 noch veranschlagt hatte. Es habe sich gezeigt, dass es richtig war, auf die Vorschläge der AGZ Support AG nicht einzugehen.