Jedes Jahr fallen tausende Amphibien auf ihrer Wanderung in Abwasserschächte. Sie haben keine Chance, an den glatten Wänden herauszuklettern, verenden elendiglich oder werden in die Kläranlage geschwemmt, wie es in einer Mitteilung der kantonalen Baudirektion vom Montag heisst. Seit einigen Jahren werden erfolgreich Gegenmassnahmen ergriffen.

Bei Stichproben in über 1200 Schächten in der Stadt Zürich vor einigen Jahren waren bis zu 55 Tiere pro Abwasserschacht entdeckt worden. Insgesamt waren es mehr als 3000, darunter häufig vorkommende Grasfrösche und Erdkröten, aber auch Feuersalamander, Fadenmolche und Geburtshelferkröten. Daraufhin wurde die Stadt aktiv, schreibt die Baudirektion.

Eine einfache Konstruktion wurde als Ausstiegsleiter in Abwasserschächten montiert. Zuerst waren es rund 400 Schächte in Friedhöfen, im botanischen Garten und in der Umgebung der ETH Hönggerberg, später kamen Schächte an Strassenrändern dazu. Eine Kontrollzählung in 1125 Schächten zeigte: Dort wo es Ausstiegshilfen gab, wurden insgesamt 96 Prozent weniger Amphibien gefunden.

Schon bei Planung an Kleintiere denkenIn den nunmehr sechs Jahren seit Beginn der Ausrüstungsaktion wurden mehr als 1200 Strassenschächte mit Amphibienleitern versehen. In den kommenden Jahren ist laut Mitteilung die Sicherung weiterer Grünanlagen in der Stadt Zürich vorgesehen. Und Strassenschächte sollen künftig schon so geplant werden, dass Kleintiere sich retten können.

Auch in der Kläranlage Werdhölzli wurden in allen vier Becken und bei der Rechengutspresse Ausstiegshilfen installiert. Seither können sich jedes Jahr 3000 bis 4000 Tiere retten. Klettern die Amphibien an Land, werden sie durch einen Kanal in ein Plastiksammelbecken geleitet. Zwei- bis dreimal pro Woche werden die Tiere eingesammelt und an geeigneten Stellen in die Freiheit entlassen.