Zürich
Eine Sonderausstellung der Universität Zürich widmet sich bedrohten Affen

Gibbons verständigen sich durch Gesang und pflegen mit Duetten ihre Beziehungen. Auch ihr Familienleben gilt als einzigartig unter den Menschenaffen. Im Anthropologischen Museum findet nun eine Sonderausstellung zu den bedrohten Tieren statt.

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Kappengibbon in einem Schweizer Zoo- In der Freibahn sind die Tiere bedroht (Symbolbild).JPG

Kappengibbon in einem Schweizer Zoo- In der Freibahn sind die Tiere bedroht (Symbolbild).JPG

Keystone

Sie verständigen sich durch Gesang und pflegen mit Duetten ihre Beziehungen. Auch was das Familienleben angeht, gelten Gibbons als einzigartig unter den Menschenaffen. Eine Sonderausstellung im Anthropologischen Museum der Universität Zürich (UZH) widmet sich den vom Aussterben bedrohten Tieren.

Die exotischen Lieder der Gibbons erklingen bei Tagesanbruch und reichen von lautem Heulen über kehliges Flöten, rhythmisches Stakkato bis zu Melodien in aufsteigenden und abfallenden Tonhöhen. Sie gehören zu den spektakulärsten Rufen unter den Säugetieren und gelten als bestes Modell für die Entwicklungsgeschichte der menschlichen Musik, wie die UZH am Dienstag mitteilte.

Die kleinen Menschenaffen werden rund 5 bis 12 Kilogramm schwer und bewohnen die Kronenregionen der Urwaldbäume des südostasiatischen Dschungels. Dort leben sie in kleinen Familiengruppen zusammen, die aus einem Elternpaar sowie ein bis drei Jungtieren bestehen. Diese monogame Gruppenstruktur kommt nur bei rund drei Prozent aller Säugetiere vor.
Singende Kletterkünstler bekannter machen

Auch was ihre Fortbewegung angeht, sind Gibbons im Vergleich mit anderen Primaten hochgradig spezialisiert. Sie beherrschen das "Schwinghangeln" perfekt, wie es in der Mitteilung heisst. Das ist nicht nur energiesparend sondern erweitert auch den Bewegungsspielraum erheblich. Ausserdem können die kleinen Affen auf den Ästen stehen und aufrecht gehen wie kein anderer Menschenaffe.

In der Öffentlichkeit sind Gibbons wenig bekannt, obwohl sie mit dem Homo sapiens nach den Schimpansen, Gorillas und Orang Utans verwandter sind als alle anderen Primaten. Die Sonderausstellung "Gibbons - die singenden Menschenaffen" stellt die singenden Kletterkünstler vor und macht auf die prekäre Lage der Tiere aufmerksam.

Denn der Lebensraum der Gibbons wird immer weiter zerstört, die Wälder werden abgeholzt und die Tiere gejagt, um sie zu verzehren, als Haustier zu verkaufen oder zu traditioneller Medizin zu verarbeiten. In China haben die Gibbons laut Mitteilung 99 Prozent ihres ursprünglichen Verbreitungsgebiets verloren. Weltweit sind 18 von 19 Gibbonarten bedroht, bei vier davon gilt die Lage als kritisch. (sda)