Kurz nach 14 Uhr rollte das erste von insgesamt 26 Love Mobiles vom Utoquai in Richtung Hafendamm Enge. Unter dröhnenden House- und Techno-Klängen nahm die ausgelassen tanzende Menge sodann die zwei Kilometer lange Strecke ums Zürcher Seebecken in Angriff.

Bei brütender Hitze von 32 Grad waren viele Technobegeisterte in lockerer Alltagskleidung unterwegs. Anders als in früheren Jahren schienen sie keinen Drang zur Verkleidung zu verspüren.

So eindrücklich sieht die Street Parade 2015 aus der Luft aus.

So eindrücklich sieht die Street Parade 2015 aus der Luft aus.

Andere Besucher stürzten sich dafür in teils aufwändig gestaltete Kostüme. So mischten sich Menschen im Biene-Maja-Kostüm, Schmetterlinge, Sträflinge, Cops oder Dragqueens mit der grossen Menge an "Normalos" zu einem kunterbunten, friedlichen Bild.

Entlang der Route sorgten insgesamt sechs Bühnen mit nationalen und internationalen DJ-Grössen für Stimmung. Sie alle verzichteten auf eine Gage. Daneben sorgten unzählige Verpflegungs- und Getränkestände für das leibliche Wohl der Teilnehmenden und der zahlreichen Zaungäste.

Gegen 22 Uhr fuhr schliesslich das letzte Love Mobile im Ziel ein. Um Mitternacht wurden die Regler dann auch auf den Bühnen abgedreht. Wer noch nicht genug hatte, der hatte die Qual der Wahl - Parties in unzähligen Clubs lockten die Partygänger, um bis in die Morgenstunden weiter zu tanzen.

Die diesjährige Parade stand unter dem Motto "Magic Moments". Damit wollten die Veranstalter ein Zeichen setzen für ein "gewaltfreies Miteinander - egal, welcher Rasse, Hautfarbe, Religion, sexueller Ausrichtung oder Interessengruppe die Leute angehören", wie der Verein Street Parade in einer Mitteilung schrieb.

Über 1000 Personen behandelt

Tatsächlich blieb es bis zum Ende der Parade weitgehend friedlich. Allerdings bescherten das gute Wetter und die hohen Besucherzahlen der Stadtpolizei sowie Schutz & Rettung viel Arbeit. Letztere war gemäss Schlussbilanz mit einem Grossaufgebot von gegen 500 Personen präsent.

Bis in die späten Nachtstunden wurden insgesamt 1041 Patienten behandelt, das sind rund 40 Prozent mehr als im Vorjahr. Wie in den Vorjahren zogen sich die meisten Personen (416) Schnittverletzungen zu. 366 mussten wegen übermässigen Alkohol- und/oder Drogenkonsums betreut werden.

Neben mehrheitlich leichten bis mittelschweren Fällen gab es auch einige Schwerverletzte. Insgesamt 90 Personen wurden nach der Erstbehandlung vor Ort in eines der umliegenden Spitäler gebracht.

So wurde am Samstagnachmittag an der Einmündung des Zürichsees zum Schanzengraben eine 17-Jährige bewusstlos aus dem Wasser gezogen und ins Spital gebracht. Sie befindet sich ausser Lebensgefahr. Eine Dritteinwirkung schliesst die Stadtpolizei weitgehend aus.

Einige Stunden später Uhr geriet zudem ein 28-jähriger Schwimmer beim Schanzengraben in eine Schiffsschraube. Er erlitt schwere Beinverletzungen und musste notfallmässig operiert werden. Weshalb es zu diesem tragischen Vorfall kam, ist noch unklar.

Schlägereien und Drogendelikte

Die Nacht auf Sonntag verlief ohne grössere Zwischenfälle, wie es in der Schlussbilanz der Stadtpolizei heisst. Sie wurde aber mehrfach wegen Auseinandersetzungen und Schlägereien gerufen. Dabei wurden mehrere Personen leicht verletzt.

Bis am Sonntagmorgen nahm die Polizei insgesamt 34 Männer im Alter zwischen 18 und 43 Jahren fest. 15 Personen wurden wegen Drogendelikten festgenommen. Rund 470 Ecstasytabletten, 260 Gramm Marihuana sowie kleinere Mengen Kokain, Amphetamin und MDMA wurden sichergestellt.

Im Hauptbahnhof, für den die Kantonspolizei zuständig ist, wurden 31 Männer festgenommen. Zudem beschlagnahmte sie ebenfalls verschiedene Drogen sowie einige Waffen.