Ein Name verbindet Zürich und New York: Tribeka. In Zürich steht der Name für «Triangel beim Kanzleiareal». In New York dagegen beschreibt er das Quartier «Triangel unterhalb der Kanalstrasse» (Triangle below Canal Street) im Stadtteil Manhattan.Das einstige Industriequartier hat seit den 1990er-Jahren eine Aufwertung erfahren. Heute sind im New Yorker Tribeka viele Bars, Restaurants und Kunstgalerien angesiedelt. Noch in diesem Jahr soll das Schweizer Architekturbüro Herzog & de Meuron den Bau eines Wolkenkratzers dort fertigstellen.

Auch das Langstrassenquartier erfuhr in den 1990er-Jahren langsam eine Aufwertung. Heute gilt es als hippes Trendquartier. Das Zürcher Projekt Tribeka aber hat nur indirekt etwas mit dem Stadtteil in Manhattan zu tun.

Hanna Åkerström ist eines von zwei Sprachrohren des Vereins. Sie sagt: «Gebiete in Triangelform einzugrenzen, hat in der Architektur Tradition.» Das geografische Dreieck beim Kanzleiareal wird durch die Bahnlinie auf der Nordseite, die Sihlfeldstrasse im Südwesten und die Sihl im Südosten gebildet – zwischen den Stadtkreisen 3 und 4.

Und der Verein hat ein klares Ziel: Er will auf den gewerblichen Charakter im lebendigen Ausgehviertel Nähe der Zürcher Langstrasse aufmerksam machen. Und schliesst deshalb die Kleingewerbler, Kreativen und Geniesser dieser Stadtecke zusammen.

Sie führen Restaurants, Bars, Clubs, Galerien, Boutiquen und Fachgeschäfte. Ziel ist, ihr Schaffen bekannter zu machen. Diese vereint Tribeka nun online wie offline auf einer Karte. Die Mitglieder des Vereins verstehen sich indes auch als «Unternehmen, welchen ihr Quartier am Herzen liegt». Und offiziell existiert Tribeka erst seit vergangener Woche.

An der Idee tüftelt das 12-köpfige Vereinsgremium seit längerem. Aktiv an die Projektgestaltung wagten sie sich im vergangenen Frühling. Und seither ist viel passiert: Bereits 66 Mitglieder zählt der Verein. «Es gibt noch einige Interessenten. Diese werden wir zu Beginn des nächsten Jahres auf unsere Karte aufnehmen», sagt Åkerström.

Authentizität soll auf die Karte

Und so funktioniert es: Mitglied werden kann jeder Ladenbetreiber, der ein unabhängiges Gewerbe führt und sich auf besondere Art und Weise für das Quartier aktiv einsetzt. Und wie die Betreiber von Tribeka sagen, ist diesem Einsatz kaum eine Grenze gesetzt. «Ob die Betreiber ein Handwerk weitergeben oder eine Quartiertradition weiterführen, vielleicht gar ein prägendes Bauwerk im Quartier erhalten oder sich durch ein soziales oder ökologisches Geschäftskonzept abheben – uns ist wichtig, dass die Mitglieder authentisch und kreativ sind», sagt Åkerström. Unterstützt wird der Verein vom Stadtnewsletter Ronorp, dem Kreislauf 4 + 5 sowie Shoplocal.

Die Tribeka-Karte gibt es online und zwei Mal jährlich ist sie auch in gedruckter Form aktualisiert. Ausgelegt wird sie bei den Mitgliedern und ist gratis. Die Karte ist nach den Rubriken Einkaufen, Essen und Trinken, Übernachten, Kultur und Service gegliedert. Zu den einzelnen Mitgliedern sind Adressen, Öffnungszeiten und ein kurzer Beschrieb erhältlich.

Die Karte eignet sich für Quartierbewohner, aber auch für Neuzuzüger und Touristen, die diese Stadtecke erkunden wollen. «Der Verein hat unterschiedliche Ziele. Grundsätzlich wollen wir die Nachbarschaft pflegen», erklärt Åkerström die Beweggründe für den «Triangel beim Kanzleiareal». Denn die Atmosphäre im Quartier sei einzigartig und schön.

Der Verein möchte deshalb die Anwohner und auch Besucher in diesem Stadtteil miteinander vernetzen. Und deshalb legt das Gremium wert drauf, dass die Plattform nicht kommerziell ist. «Sie soll genutzt werden. Und Infos bieten, damit man weiss, wo das Velo repariert oder Glühbirnen gekauft werden können», so Åkerström.

Die Bewohner sollen mitbekommen können, was im Quartier passiert. Werde ein Haus abgerissen, sollen die Menschen, die hier leben, die Möglichkeit haben, einzugreifen, sagt Åkerström. Aber: «Wir wollen das Quartier nicht einfrieren, sondern auch in Zukunft nachhaltig und lebendig weiterentwickeln.»