Zürich
Eine Frau als Pilot? - Zürcher Memory-Spiel soll alte Rollenbilder aufbrechen

Um veraltete Rollenbilder aufzubrechen, entwickelte die kantonale Fachstelle für Gleichstellung von Frau und Mann sowie der Lehrmittelverlag Zürich ein Memory-Spiel.

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Zürcher Memory «Deck auf! Das Berufespiel»

Zürcher Memory «Deck auf! Das Berufespiel»

Zur Verfügung gestellt

Kindern stehen eigentlich unabhängig vom Geschlecht alle Berufe offen, dennoch halten sich alte Rollenbilder noch immer. Das Memory-Spiel "Deck auf! Das Berufespiel" will genau diese aufbrechen. Entwickelt wurde es von der kantonalen Fachstelle für Gleichstellung von Frau und Mann sowie dem Lehrmittelverlag Zürich.

Typisch Mädchen, typisch Junge

Die Rollenbilder "typisch Mädchen" und "typisch Junge" sitzen tief. Denn auf den ersten Blick erscheint ein Mädchen, das Pilotin werden will oder ein Junge, der in der Krippe arbeiten will, noch immer ungewohnt.

Die bestehenden Rollenbilder kommen aber nicht von ungefähr. Bereits kleine Kinder nehmen wahr, welche Berufe von Männern und welche von Frauen ausgeübt werden, heisst es in einer gemeinsamen Medienmitteilung der kantonalen Direktion der Justiz und des Innern sowie der Bildungsdirektion. Denn auch im Alltag, in Bilderbüchern oder beim Spielzeug sieht man selten eine Pilotin oder einen Kleinkindererzieher.

Umdenken ermöglichen

Das Memory-Spiel, das Justizdirektorin Jacqueline Fehr (SP) am Dienstagnachmittag im zürcherischen Schulhaus Im Gut einer ersten Primarklasse vorstellte, soll ein Umdenken ermöglichen. Rollenbilder sollen Kinder nicht einschränken.

Durch das Spiel soll das Spektrum möglicher Berufe für Kinder erweitert und möglichst offen gehalten werden. Unabhängig von Geschlecht und Rollenbildern sollen sie als junge Erwachsene die Möglichkeit besitzen, eine Ausbildung und einen Beruf zu wählen, die ihren Interessen und Fähigkeiten entspricht.

Schroff illustriert

Die Zürcher Illustratorin Corinne Schroff hat die 72 Spielkarten des Memory "Deck auf! Das Berufespiel" gezeichnet. Insgesamt 36 Berufe, vom Architekten bis zur Zauberin, sind vertreten und werden jeweils von einem Mann und von einer Frau repräsentiert.

Das Memory wird in an alle Schulen, Kindergärten, Horte und Krippen im Kanton Zürich verteilt. Beim Lehrmittelverlag haben interessierte Eltern die Möglichkeit, das Spiel zu erwerben.