Gesundheitswesen
«Eine bedarfsgerechte Spitalversorgung»: Zürcher Regierung überarbeitet die Spitallisten grundlegend

Auf das Jahr 2022 will der Zürcher Regierungsrat neue Spitallisten in Kraft setzen: Mit der "umfassenden, vollständigen Neuplanung" soll die Spitalversorgung für die Bevölkerung weitere zehn Jahre bedarfsgerecht, qualitativ gut und finanzierbar sein.

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Thomas Heiniger (FDP) fordert auf das Jahr 2022 eine neue Spitalplanung. (Archivbild)

Thomas Heiniger (FDP) fordert auf das Jahr 2022 eine neue Spitalplanung. (Archivbild)

Die auf 2012 in Kraft gesetzten, seither punktuell angepassten Spitallisten für die Bereiche Akutsomatik, Rehabilitation und Psychiatrie hätten sich grundsätzlich bewährt, sagte Gesundheitsdirektor Thomas Heiniger (FDP) am Dienstag vor den Medien.

Da aber deren Planungs- und Prognosehorizonte auf rund zehn Jahre ausgelegt waren, sei auf das Jahr 2022 eine neue Spitalplanung erforderlich. Dabei müssten zahlreiche Herausforderungen berücksichtigt werden: Heiniger zählte die demografische Entwicklung, die Kostensteigerung, die Zunahme an chronisch kranken, multimorbiden Personen, den medizinisch-technischen Fortschritt und die veränderten gesellschaftlichen Bedürfnisse auf.

Bisherige Spitäler müssen sich bewerben

Mit den Spitallisten, mit denen der Kanton Leistungsaufträge an die Listenspitäler erteilt, soll weiterhin insbesondere "eine bedarfsgerechte Spitalversorgung" sichergestellt werden, sagte Projektleiterin Seline Eisenring.

In einer ersten Etappe will die Gesundheitsdirektion nun rechnen: Sie will den bisherigen Bedarf an stationären medizinischen Leistungen abbilden und den Bedarf für das Jahr 2030 ermitteln. Voraussichtlich im Jahr 2020 soll der entsprechende "Versorgungsbericht" in die Vernehmlassung gehen.

Basierend auf diesen Planungsgrundlagen folgt in einem zweiten Schritt die Bewerbungsphase: Dabei müssen sich alle interessierten Leistungserbringer - Spitäler und Geburtshäuser - für die Spitallisten 2022 Akutsomatik, Rehabilitation und Psychiatrie melden. Dies gilt gemäss Eisenring sowohl für bisherige als auch neue Anbieter.

Schliesslich werden diese Bewerbungen evaluiert. Primäres Ziel sei dabei die Deckung des Bedarfs, sagte Eisenring vor den Medien. Aber auch die Wirtschaftlichkeit, die Qualität und die Zugänglichkeit werden berücksichtigt. Die so erarbeiteten Spitallisten sollen im Frühling 2021 in die Vernehmlassung gegeben werden, im Sommer 2021 will sie der Regierungsrat definitiv verabschieden.