Flugbetrieb

Ein zweiter Flugplatz neben Kloten erhöht die Flugsicherheit

In Dübendorf will der Bund einen Flugplatz für Privatfliegerei erstellen. Konflikte mit dem Flugbetrieb in Kloten entstehen wegen der Nähe der Betriebe aber nicht – im Gegenteil.

In Dübendorf will der Bund einen Flugplatz für Privatfliegerei erstellen. Konflikte mit dem Flugbetrieb in Kloten entstehen wegen der Nähe der Betriebe aber nicht – im Gegenteil.

Dass auf dem Flugplatz Dübendorf künftig doppelt so viele Flugzeuge landen und starten können, verunsichert die Bevölkerung - für Skyguide wird aber alles einfacher.

Pro Jahr werden bis zu 28 000 Flugbewegungen möglich sein: montags bis freitags von 6.30 bis 22 Uhr und an Samstagen von 8 bis 12 sowie von 13.30 bis 18 Uhr. An Sonntagen bleibt der Flugplatz von 11 bis 12 Uhr und von 14 bis 18 Uhr geöffnet.

Unklar ist jedoch, welche Flugrouten die Geschäftsflieger, Privatjets und Propellerflugzeuge benutzen werden. Die Region Ost, die 85 Gemeinden im Osten des Flughafens vertritt und sich gegen den Flugbetrieb in Dübendorf wehrt, bemängelt denn auch, dass die Auswirkungen auf die Bevölkerung zu wenig bekannt sind. So oder so befürchten die Gegner mehr Lärm für ihre Region - sowohl durch den erweiterten Betrieb auf dem Flugplatz Dübendorf als auch durch die frei werdenden Kapazitäten auf dem Flughafen Kloten.

Bund verspricht Mitsprache

Gemäss Urs Holderegger, Sprecher des Bundesamtes für Zivilluftfahrt (Bazl), werden die An- und Abflugverfahren noch lange nicht definiert. In einem nächsten Schritt vereinbart der Bund mit der künftigen Betreiberin, der Flugplatz Dübendorf AG, die Rahmenbedingungen für den Flugbetrieb. Dabei stünden jedoch die Öffnungszeiten und die finanziellen Aspekte im Vordergrund. Die möglichen Betriebsvarianten würden erst später mit der Flugsicherung Skyguide evaluiert und schliesslich im Sachplan Infrastruktur der Luftfahrt (SIL) definiert. «In diesen Prozess werden dann auch Kanton, Gemeinden und Bevölkerung eingebunden», sagt Holderegger.

Bis heute bestünden noch keine Pläne, wie die Flugrouten aussehen könnten, sagt der Bazl-Sprecher. Vorabklärungen mit Skyguide hätten aber ergeben, dass der stark frequentierte Luftraum über Zürich problemlos die zusätzlichen Bewegungen auf dem Flugplatz Dübendorf verkraften werde.

Sicherer und effizienter

Der Betrieb auf dem Flughafen Kloten wird demnach nicht durch die Geschäfts- und Privatfliegerei in Dübendorf behindert. Im Gegenteil, sagt Vladi Barrosa, Sprecher der Flugsicherung Skyguide mit Sitz in Dübendorf. Werde die Leichtaviatik von Kloten nach Dübendorf verlagert, vergrössere sich am Flughafen Zürich die Sicherheitsmarge. Ohne Kleinflugzeuge, die den grossen Maschinen eher im Weg sind und je nach flugtechnischer Ausstattung anders abgewickelt werden müssen, fliesst der Verkehr besser und wird effizienter.

Auch der Flughafen Zürich begrüsst die Verlagerung der so genannten General Aviation nach Dübendorf. Einschränkungen aufgrund neuer Routen befürchtet er keine. Bereits heute koordiniert Skyguide den Verkehr zwischen den beiden, rund zehn Kilometer voneinander entfernten Flugplätzen. «Dübendorf behandeln wir schon heute wie die vierte Piste von Zürich», sagt Barrosa.

«Standort wird gestärkt»

Der Flugsicherung Skyguide bringt die Entflechtung von Business Jets und Linienverkehr weitere Vorteile. «Standort und Kompetenz in Dübendorf werden gestärkt», sagt Barrosa. Der Tower ist besser ausgelastet und das eigene Trainingscenter in Dübendorf profitiert, wenn sich Rega, Pilotenausbilder oder Firmen aus der Aviatikbranche in der Nähe niederlassen. Der Mediensprecher nennt zum Vergleich den Flughafen Toulouse, wo zwischen dem Flugzeugbauer Airbus, einer Akademie für Piloten und Fluglotsen sowie einem Hersteller für Aviatik-Hardware eine fruchtbare Zusammenarbeit entstanden sei.

Urs Holderegger vom Bazl weiss von Unternehmen, die im Bereich der Luftfahrt tätig sind und an einem Standort im geplanten Innovationspark in Dübendorf interessiert sind. «Im Bereich der Drohnen-Systeme und der Flugzeugkomponenten gibt es zahlreiche innovative Betriebe. Sie könnten in Dübendorf hoch qualifizierte Arbeitsplätze schaffen.»

Verwandtes Thema:

Meistgesehen

Artboard 1